Nachhaltige Geldanlagen: Durch gezielte Investitionen nachhaltige Unternehmen unterstützen

Grüne Weltkugel: Sorgen Sie für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit, indem Sie in nachhaltige Geldanlagen investieren!

Es ist allgemein bekannt, dass viele Unternehmen, vor allem große Konzerne, auf zweifelhafte Weise wirtschaften. Die Gewinnmaximierung als höchstes Ziel vor Augen, werden Vergehen wie die Verschmutzung der Umwelt, das Quälen von Tieren, die Verwendung von Kinder- oder Zwangsarbeitern, das Zulassen von Gefahren oder Gesundheitsschäden am Arbeitsplatz oder das Ausbezahlen von nicht-existenzsichernden Dumpinglöhnen bewusst begangen oder billigend in Kauf genommen.

Kaum ein Mensch würde solche Konzerne und ihre rücksichtlose Art zu wirtschaften gutheißen und bewusst unterstützen, ebenso wie Firmen, die moralisch umstrittene Produkte wie Waffen, gentechnisch veränderte Lebensmittel, Glücksspiele oder pornographische Inhalte produzieren.

Und doch tun es viele Menschen, ohne es überhaupt zu wissen. Denn sie legen ihr Geld mit dem Ziel, gute Renditen zu erhalten, bei ihrer Bank an, und da die Höhe der Renditen bei vielen Geldanlagen das einzige Kriterium ist, nach welchem bewertet wird, landet das Geld der Anleger bei genau solchen, in ethischer Hinsicht verwerflichen und doch wirtschaftlich oft extrem erfolgreichen Konzernen.

Dies ist ein Missstand, der zunehmend ins gesellschaftliche Bewusstsein rückt, und so haben die Themen Nachhaltigkeit und Moral inzwischen einen festen und stetig größer werdenden Platz in der Finanzbranche gefunden. Viele Kunden möchten ihr Geld nicht einfach nur anlegen, um von Renditen zu profitieren, sondern sie möchten ihr Geld in den guten Händen von Firmen wissen, die durch Nachhaltigkeit sowie Tier- oder Menschenfreundlichkeit, kurzum durch eine gute Unternehmensmoral und sinnvolle Produkte, hervorstechen.

Was ist eine nachhaltige Geldanlage?

Bei nachhaltigen Geldanlagen spielt nicht nur die Rendite eine Rolle, sondern auch Aspekte der Ethik, der Sozialverträglichkeit und des Umweltschutzes. Doch es gibt bis jetzt weder eine offizielle und einheitliche Definition, was nachhaltiges Investment genau umfasst, noch gesetzliche Regelungen dazu. Die Einstufung eines Finanzproduktes als „nachhaltig“ erfolgt durch den Anbieter, und die Neutralität und Zuverlässigkeit dieser Einstufungen werden häufig angezweifelt, denn „Nachhaltigkeit“ ist heutzutage ein einschlägiges Verkaufsargument und der Begriff dabei äußerst dehnbar. Was ein Unternehmen selbst als „nachhaltig“ bezeichnet, ist für den Kunden womöglich überhaupt nicht oder nicht genug nachhaltig.

Das EU-Parlament plant allerdings Regeln zur einheitlichen Bestimmung von nachhaltigen Investmentprodukten, in welchen zum Beispiel bestimmte Branchen, wie die Atomkraft- oder Kohlebranche, von Anfang an ausgeschlossen werden.

Welche nachhaltigen Geldanlagen gibt es?

Wer sein Geld anlegen möchte, investiert in der Regel in Fondsanteile, die Sie entweder selbst an der Börse oder bei einer Kapitalverkehrsgesellschaft kaufen können, oder Sie übergeben diese für Laien nicht immer durchschaubare Angelegenheit an Ihre Hausbank. Alternativ können Sie auch direkt in einzelne Unternehmen investieren. Während spezielle, als Ökobanken bekannte Finanzinstitute sich ausschließlich mit nachhaltigen Geldanlagen beschäftigen, bieten inzwischen auch die meisten konventionellen Banken nachhaltige Investments an. Ihr Bankberater wird Sie sicherlich gerne zu diesem Thema beraten, und wenn Sie bei einer Online-Direktbank anlegen möchten, so finden Sie sämtliche Informationen zum nachhaltigen Geldanlegen auf den offiziellen Webauftritten der Banken.

Girokonto bei Ökobanken

Die alternativen, auf Nachhaltigkeit bedachten Banken legen den gesamten Umgang mit dem Geld ihrer Kunden auf nachhaltige Investitionen aus – zumindest ihrer eigenen Aussage nach, denn, wie erwähnt, ist der Begriff „Nachhaltigkeit“ nicht offiziell definiert. Aber prinzipiell – wenn sich Ihr und das Verständnis der Bank von Nachhaltigkeit deckt – können Sie alleine mit einem Girokonto bei solch einer Ökobank schon nachhaltige Unternehmen unterstützen, ohne selbst direkt ein Investmentprodukt, wie einen Fondsanteil, zu kaufen.

Aktiv verwaltete Nachhaltigkeitsfonds

Aktiv verwaltete Nachhaltigkeitsfonds, auch Ökofonds genannt, gelten auf dem Finanzmarkt als interessante Geldanlagenalternative zu konventionellen Fonds. Ein Finanzmanager ist hier dafür zuständig, die einzelnen Aktien für die Fonds auszuwählen, deshalb tragen sie die Bezeichnung „aktiv verwaltet“. So ist es letztendlich die Entscheidung des Managers, welche Unternehmen als nachhaltig eingestuft und unterstützt werden.

Es sind hier verschiedene Vorgehensweisen üblich: Manche Finanzmanager meiden bei ihrer Auswahl prinzipiell einige Branchen, die sie definitiv für ethisch, ökologisch oder sozial nicht vertretbar halten. Davon sind meist die Rüstungs-, Tabak oder Pornoindustrie betroffen, manchmal auch die komplette Kohle-Branche. Andere unterstützen diejenigen Firmen, deren Bemühungen in Richtung Nachhaltigkeit sie innerhalb der eigentlich nicht nachhaltigen Branche als am größten ansehen. Ihr Ziel es ist, solchen Firmen einen Anreiz zu geben, sich nachhaltigen Innovationen zuzuwenden und die Unternehmensethik zu verbessern.

Spezialfonds

Fonds haben meist die Eigenschaft, dass sie sehr weit streuen. In einem Fonds befinden sich Aktien oder Anleihen von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, damit das Risiko eines Totalzusammenbruchs eines Fonds, weil zum Beispiel eine Branche komplett lahmgelegt wird, möglichst gering bleibt. Es gibt aber auch Spezialfonds, die bewusst nur in bestimmte Branchen investieren. Nachhaltige Spezialfonds unterstützen zum Beispiel die Solarthermie-Branche oder die Wasserkraft-Branche. Aufgrund des sogenannten „Klumpenrisikos“ raten viele Finanzexperten von solchen Geldanlagen ab. Wer jedoch aus Überzeugung bestimmte Branchen mit seinem Geld unterstützen möchte und einen Verlust der Geldanlage verkraften könnte, kann sich eine Investition in solche Spezial-Nachhaltigkeitsfonds auf jeden Fall überlegen.

Aktien

Einen noch spezielleren Charakter haben Aktien: Hier investieren Sie direkt in Unternehmen, genauer gesagt in Aktiengesellschaften (AGs). Wenn Sie Stammaktien kaufen, haben Sie sogar Zugang zu den Hauptversammlungen des Unternehmens und ein Stimmrecht bei den dort stattfindenden Abstimmungen und damit einen direkten Einfluss auf die AG.

Aktien können Sie jederzeit verkaufen, aber ob der Wert eines Unternehmens fällt oder steigt, ist nur bei sehr guter Branchenkenntnis absehbar. Generell sind Aktien etwas für erfahrenere Geldanleger, die sich am Finanzmarkt schon recht gut zurechtfinden.

Nachhaltige Aktiengesellschaften, deren Aktien hoch im Kurs sind, sind zum Beispiel die Canadian Solar Inc., die EnergieKontor AG oder die Mayr-Melnhof Karton AG.

Crowdinvesting

Beim Crowdinvesting unterstützen Sie als Anleger mit Ihrem Geld direkt ein einzelnes Unternehmen, dessen nachhaltige Geschäftsidee Sie unterstützen möchten. Solarparks oder Wiederaufforstungsprojekte bieten so etwas häufig an. Oft handelt es sich um Projekte, die ohne Crowdinvesting überhaupt nicht realisierbar wären.

Anders als bei Aktien, können Sie Ihren Anteil in einem Crowdinvesting-Projekt nicht einfach verkaufen, sondern das investierte Kapital bleibt gebunden.

Es empfiehlt sich, nur dann zu investieren, wenn Sie Geld haben, auf welches Sie notfalls verzichten können und nur in Crowdinvesting-Angebote anzulegen, die schon von Experten bewertet und als vielversprechend beurteilt worden sind. Investieren Sie nicht das ganze Geld, das Sie anlegen möchten, in ein einziges Projekt, sondern suchen Sie sich mehrere aus, in welche Sie jeweils kleinere Beträge investieren, weil dann das Risiko nicht so hoch ist, alles zu verlieren.

Fonds von nachhaltigen Börsenindexen

Es gibt an der Börse zwei Indizes, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen und bei der Auswahl der erfassten Unternehmen ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen. An diesen können Sie sich orientieren, wenn Sie Ihre Geldanlagen selbst direkt an der Börse tätigen.

  • Den MSCI World Socially Responsible Index, der nur Firmen berücksichtigt, die ein hohes „ESG-Ranking“ haben. ESG steht für Environment, Social und Governance, übersetzt also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Ein Team erarbeitet dieses Ranking anhand von öffentlich zugänglichen Informationen. Sämtliche Unternehmen einiger problematischer Branchen werden dabei automatisch ausgeschlossen, ebenso wie Firmen, die Menschenrechtsverletzungen begehen oder tolerieren.
  • Den Dow Jones Sustainability Index World Enlarged, der – nach eigenen Angaben – die 600 nachhaltigsten und zugleich an der Börse wertvollsten Unternehmen der Welt enthält.

Wer aus Überzeugung wirklich nachhaltig investieren möchte, braucht Geduld

Wie schon erwähnt, bestimmen derzeit die Unternehmen, Geldinstitute und Fondsmanager selbst, was sie unter Nachhaltigkeit verstehen und sind dabei mitunter recht großzügig beim Setzen ihrer Grenzen. Es gibt Finanzinstitute, die sich selbst als nachhaltig bezeichnen und dennoch mit ihren Fonds Investitionen in Atomkraft, Glücksspiel oder Massentierhaltung unterstützen. Beides sind Branchen, die in der Gesellschaft als alles andere als nachhaltig gelten.

Ein Anleger also, der aus tiefer Überzeugung sein Geld wirklich nur in Projekte und Unternehmen investieren möchte, hinter deren Produkten und Produktionsbedingungen er definitiv stehen kann, muss viel Zeit investieren und Geduld haben, um sich die infrage kommenden Finanzprodukte genau anzusehen. Die Informationen dazu sind oft umfangreich, doch es ist wichtig, sie sich komplett durchzulesen, wenn Sie vermeiden möchten, auf einen Verkaufstrick hereinzufallen und Ihr Geld in eine oder mehrere Branchen zu investieren, die Sie verwerflich finden.