Die größten Fehler beim Aktienkauf

Nach seiner Rekordjagd ist der DAX gerade dabei sich wieder zu beruhigen. Die Tendenz zeigte in den letzten Wochen wieder nach unten. Dennoch gibt es durchaus gewichtige Gründe, in Aktien zu investieren. Die niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass festverzinsliche Anlagen unter Berücksichtigung der Inflation oftmals sogar an Wert verlieren.

Zudem fällt der durchschnittliche Ertrag aus Dividenden der DAX Konzerne nahezu doppelt so hoch aus, wie die Rendite bei zehnjährigen Bundesanleihen. Voraussetzung für den Aktienkauf ist ein eigenes Depot. Für ein erfolgreiches Investment sollten die folgenden Fehler unbedingt vermieden werden.

Nicht zu kurzfristig denken


Viele Privatanleger beschränken sich bei einem Vergleich der Aktien auf die Kurse der letzten Monate. Dabei ist der Aktienkauf eher als eine langfristige Anlageentscheidung zu verstehen. Deshalb sollten Anleger lernen über einen längeren Zeitraum zu denken, auch wenn dies nicht immer einfach ist. Wer beschäftigt sich schon damit, was in 20 oder 30 Jahren sein wird? Nicht der DAX Stand zum Jahresende ist interessant, sondern die Prognose der nächsten fünf Jahre.

Nicht von Emotionen leiten lassen


Im besten Fall entscheiden Investoren immer rational, wie sie ihr Geld anlegen. In der Praxis gelingt dies zumeist nicht. Die Kaufentscheidungen werden von Emotionen beherrscht wie der Furcht vor einer Finanzkrise oder die Gier beim Börsengang von Facebook. Viele Anleger wollten vom Hype um die Social Media Plattform profitieren.

Allerdings erwies sich die Aktie zunächst als Flop und verlor rund 20 Prozent ihres Werts. Erst nach einiger Zeit kam es zu einer Börsenbewegung und der Kurs ging wieder nach oben. Gleiches gilt auch für einen plötzlichen Kursrückgang. Nicht gleich aus Panik die betroffenen Papiere abstoßen.

Zu häufiges Umschichten


Ein häufiger Fehler ist der Versuch, von Privatanlegern durch die Suche der richtigen Aktien den Markt überlisten zu wollen. Dies führt dazu, dass bei Neuigkeiten überstürzt reagiert und zu viel gehandelt wird. So werden steigende Aktien gekauft und solche bei denen ein Kursrückgang vermutet wird wieder verkauft. Dadurch vergeben sie jedoch die Möglichkeit, von einem nachhaltigen Kursanstieg zu profitieren. Zudem lassen sich die Banken die Transaktionen gut bezahlen. Eine Gebühr von 1,5 Prozent beim Aktienkauf klingt zwar auf den ersten Blick nicht viel, drückt die Rendite auf Dauer jedoch kräftig nach unten.

Die eigenen Fähigkeiten überschätzen


Viele Sparer vertrauen eher sich selbst als einem Fondsmanager. So haben während der Finanzkrise etliche Privatanleger ihre Fonds abgestoßen und stattdessen auf eigene Faust in Aktien investiert. Dabei werden die eigenen Fähigkeiten oftmals überschätzt. Hierzu gehört auch, dass die eigene Risikofähigkeit falsch eingeschätzt wird. So gehen Anleger davon aus, dass sie einen 20-prozentigen Verlust ohne Probleme aushalten können. Tritt die Situation dann wirklich ein werden Aktien aus Angst vor einem noch stärkeren Kursrückgang vorschnell verkauft. Dadurch verpassen sie jedoch die Chance, von der nächsten Aufwärtsbewegung zu profitieren.

Nur auf vertraute Anlagen setzen

Bei Anlegern besteht oftmals ein Hang zu Wertpapieren ihres Heimatmarktes. Experten bezeichnen dieses Phänomen auch als „Home Bias“. Informationen zu heimischen Aktien lassen sich schon aufgrund der Sprache einfacher beschaffen. Zudem wird über die hierzulande angesiedelten Unternehmen häufiger in den Medien berichtet. Nicht zuletzt suggerieren zuverlässige deutsche Unternehmen ein Gefühl von Sicherheit. Dies führt zu einem deutlichen Übergewicht von heimischen Aktien im Depot. Besser ist es jedoch die Wertpapiere im Depot möglichst breit zu streuen. Dadurch reduziert sich nicht nur das Risiko, es entstehen auch deutlich bessere Renditechancen.

Gewinner abstoßen und Verlierer nachkaufen


Was den Umgang mit verlustreichen Aktien im Depot betrifft, kommt es zu zwei wesentlichen Fehlern. Zum einen versuchen Anleger, Aktien zu verbilligen, in dem Wertpapiere mit Kursverlusten nachgekauft werden. Ziel ist dabei, den durchschnittlichen Einstiegspreis zu reduzieren. Der zweite Fehler ist Verluste auszusitzen.

Experten bemängeln, dass sich Privatanleger viel zu stark an den Einstandspreisen orientieren. Dabei ist eine Stop Loss Strategie der deutlich bessere Weg. Unterschreitet der Kurs eine bestimmte Marke wird die Aktie verkauft. Umgekehrt sollte auch bei Gewinnen ein Anlageziel formuliert werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass eine steigende Aktie zu früh verkauft wird.