Was tun nach einem Autounfall?

Wer in einen Verkehrsunfall verwickelt ist, hat daran selten seine Freude, unabhängig, wer denn tatsächlich die Hauptschuld am Unfall trägt. Wichtig ist in der Situation ein besonnenes Verhalten aller Beteiligten und die Frage, was bei einem Verkehrsunfall eigentlich zu tun ist. Selbst bei einem Unfall ohne Personenschäden ist seitens aller Beteiligten einiges zu beachten.

autounfallOberste Priorität hat die erste Absicherung der Unfallstelle. Es gilt zu vermeiden, dass nachfolgende Fahrzeuge in die Unfallstelle hereinfahren und einen noch größeren Schaden anrichten.

Die Frage nach dem Heranrufen der Polizei, unter Telefon 112, ist dabei oftmals nicht einfach zu beantworten. Ist bei dem Unfall lediglich ein kleinerer Blechschaden entstanden, kann auf die Polizei verzichtet werden.

Bei größeren Sachschäden oder unklarer Schuldfrage ist es jedoch immer ratsam, die Ordnungshüter zu rufen, was jedoch mitunter die Unfallbeteiligten auf eine harte zeitliche Geduldsfrage stellt.

Wer auf die Polizei verzichtet, muss zwingend einige Dinge beachten, da sonst bei der Schadensregulierung mit Schwierigkeiten zu rechnen ist. Oberste Priorität hat dabei der Austausch der Personalien aller Unfallbeteiligter sowie der Anschriften. Ist ein Unfallbeteiligter lediglich Fahrer des Fahrzeugs, muss auch zwingend der Name und die Anschrift des Fahrzeughalters mit angegeben werden.

In dem Zusammenhang ist es unerlässlich, dass auch die Daten der entsprechenden Kfz-Versicherungen den anderen unfallbeteiligten Personen mitgeteilt werden. Dazu gehört der Austausch bzw. das Aufschreiben der Kennzeichen. Ist die Versicherung eines der Beteiligten nicht bekannt, sollte vor Ort noch unter der kostenlosen Telefonnummer (0800)2502600 des Zentralrufes der Autoversicherer die Versicherung des Unfallverursachers ermittelt werden.

Die Pflicht zur Information der Versicherung über einen Unfall obliegt jedoch allen Unfallbeteiligten. Als Verursacher sollte die Versicherung umgehend informiert werden, die sich um die Schadensabwicklung kümmert und so den Versicherungsnehmer vor einem unfreiwilligen Schuldeingeständnis bewahrt. Als Geschädigter sollte die Versicherung ebenfalls informiert werden, damit diese sich mit der Versicherung des Verursachers in Verbindung setzen kann.

Oberste Priorität am Unfallort hat neben dem Austausch der entsprechenden Daten und Personalien auch die Unfallaufnahme selbst. Neben dem Datum sowie der genauen Uhrzeit und dem Ort des Unfalls kann auf Fotos der beschädigten Fahrzeuge nicht verzichtet werden. Dazu gehört auch ein Foto beispielsweise signifikanter Stellen der Unfallumgebung.

Um den genauen Unfallhergang auch später noch gut rekonstruieren zu können, sollte auch eine Unfallskizze angefertigt und allen Beteiligten für ihre Versicherung ausgehändigt werden. In diese Skizze können auch etwaige Zeugen mit Namen und Anschriften erfasst werden. Noch wichtiger beim Anfertigen einer Skizze ist, dass die Unfallsituation einerseits aber auch die Konstellation der Fahrzeuge andererseits gut erkennbar eingezeichnet sind. Dazu gehört auch, dass beispielsweise die Art der am Straßenrand stehenden Verkehrsschilder und die Lage derselben ebenso aufgezeichnet werden wie Unfallspuren, die den Unfallhergang besonders gut beschreiben.

Es ist also keinesfalls notwendig, bei einem einfachen Verkehrsunfall mit eher geringem Blechschaden die Polizei zu rufen. Wer sich aber unsicher ist bei der Selbstaufnahme, der sollte sich nicht scheuen und den Notruf absetzen. Dies auch dann, sollten die anderen Unfallbeteiligten dies mehrheitlich nicht wollen.