Wichtige Informationen zum BAföG

Das BAföG spielt eine wichtige Rolle im deutschen Bildungssystem, um jedem dieselben Chancen für eine berufliche Ausbildung zu geben beziehungsweise dafür zu sorgen, dass die Fähigkeiten alleine zählen und nicht die finanziellen Möglichkeiten. Vor allem ein Studium erfordert viele finanzielle Mittel.

Eventuelle Studiengebühren, Ausgaben für Lernmaterialien und Bücher, nicht selten das beziehen einer eigenen Wohnung und wenn es nur das Zimmer im Studentenwohnheim ist und oft auch die Anschaffung eines Fahrzeugs, um jederzeit mobil zu sein. Damit das fehlendes Geld nicht die qualifizierte Ausbildung verhindert, bietet das BAföG unter bestimmten Voraussetzungen eine finanzielle Unterstützung an.

Die Voraussetzungen zum Erhalt von BAföG


Allgemein bekannt ist, dass nur derjenige BAföG bekommt, dessen finanzieller Bedarf für die entsprechende Ausbildung nicht durch eigenes Einkommen oder Vermögen oder durch Gelder von Ehe- oder eingetragenen Lebenspartnern oder durch die Unterstützung der Eltern befriedigt werden kann. Ist diese Voraussetzung gegeben, stellen sich zwei weitere Fragen für das Recht auf BAföG. Diese befassen sich mit den persönlichen Voraussetzungen sowie der Förderfähigkeit des Ausbildungsganges.

Förderfähig sind bekanntermaßen die Studiengänge an den bekannten unterschiedlichen Hochschulen. Daneben gibt es aber auch weitere Ausbildungen, die mit dieser Förderung bedacht werden können. Dazu gehören beispielsweise Höhere Fachschulen und Akademien.

Wenn Schüler dafür gezwungenermaßen nicht zuhause wohnen können, sind auch die Besuche folgender Weiterbildungseinrichtungen förderfähig:

  • Berufsfachschulen ohne Voraussetzung einer abgeschlossenen Berufsausbildung ab Klasse 10
  • Fach- und Fachoberschulklassen ohne Voraussetzung einer abgeschlossenen Berufsausbildung
  • Gymnasien, Haupt-, Real- und Gesamtschulen ab Klasse 10

Unter zusätzlichen Voraussetzungen können auch Gelder für den Besuch von weiteren Berufsfachschulklassen, Fachschulklassen und Fachoberschulklassen sowie für Einrichtungen wie zum Beispiel Berufsaufbauschulen oder Kollegs.

Die §§8-10 BAföG befassen sich mit den persönlichen Voraussetzungen, die neben der geeigneten Ausbildungsart gegeben sein müssen. So fordert §8 BAföG die deutsche Staatsangehörigkeit. Förderfähig sind aber auch gesellschaftlich voll integrierte Ausländer, deren Perspektive ein Bleiben in Deutschland vermuten und zulässt. In §9 BAföG geht es um die Eignung. Denn auch wenn jeder dieselben Chancen bekommen soll, werden nur dann Ausbildungen gefördert, wenn die Leistungen vermuten lassen, dass das anvisierte Ziel auch realistisch ist. Schließlich setzt der §10 BAföG noch Grenzen für das Alter. So wird eine finanzielle Hilfe nur dann genehmigt, wenn die Ausbildung vor dem 30. Lebensjahr beginnt. Für die Aufnahme eines Masterstudienganges gilt eine Grenze von maximal 35 Jahren.

Die Höhe der Förderung


Wer in den Genuss kommt, Leistungen über das BAföG zu beziehen, erhält keine individuell berechneten Gelder, die einem tatsächlichen Bedarf folgen, sondern eine abstrakte als typischer Bedarf geltende Summe in Form eines Pauschalbetrags. Für die Höhe sind einzig und allein der gewählte Ausbildungsweg und die Frage nach dem alleine oder bei den Eltern Wohnen verantwortlich.

So gilt für auswärts Wohnende ab der Klasse 10 bei weiterführenden allgemeinbildenden Schulen und Berufsfachschulen sowie an Fach- und Fachoberschulen ohne Voraussetzung einer abgeschlossenen Berufsausbildung eine Förderung von 465 Euro. Wer Berufsfachschul- und Fachschulklassen besucht, bei denen eine abgeschlossene Ausbildung Voraussetzung ist und nach mindestens 2 Jahren ein berufsqualifizierender Abschluss erzielt wird, erhält 216 Euro (zuhause wohnend) beziehungsweise 465 Euro (auswärts wohnend).

Bei vorausgesetzter abgeschlossener Ausbildung sorgt der Besuch von Abendhaupt- und Abendrealschulen, Berufsaufbauschulen, Fachoberschulklassen für eine Zahlung von 391 Euro (zuhause wohnend) oder 543 Euro (auswärts wohnend). Gilt die gleiche Voraussetzung für Fachschulklassen erfolgt eine Zahlung von 397 Euro (zuhause wohnend) oder 572 Euro (auswärts wohnend), was auch für Abendgymnasien und Kollegs gilt. Bei höheren Fachschulen, Akademien und den Hochschulen gilt eine Förderung von 495 Euro beziehungsweise 597 Euro, wenn man nicht mehr zuhause wohnt.

Zu allen Pauschalbeträgen kommt ein Zuschlag für die Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von 73 Euro. Zudem gibt es unter bestimmten Umständen einen Kinderbetreuungszuschlag für das erste Kind in Höhe von 113 Euro und 85 Euro für jedes weitere Kind.

Die verschiedenen Förderungsarten beim BAföG


Das BAföG gibt es in verschiedenen Auszahlungsvarianten. So wird grob zwischen einem Zuschuss und einer Förderung unterschieden. Der Zuschuss ist dabei eine Summe, die nicht zurückgezahlt werden muss. Die Förderung wird einem zumeist als zinsloses Staatsdarlehen zur Verfügung gestellt. Schüler erhalten ausnahmslos einen nicht zurückzuzahlenden Zuschuss. Studierende bekommen in der Regel BAföG, von dem die Hälfte als Zuschuss gilt und die andere Hälfte als Förderung durch ein Darlehen zurückgezahlt werden muss. Weitere Informationen über Studienkredite finden Sie unter dem entsprechenden Link.