Basel III: die Lehre(n) aus der Finanzkrise

Basel III zieht die Lehren aus der weltweiten Finanzkrise. Die wirtschaftlich stärksten Staaten müssen ihre Risiken selbst abpuffern, indem sie eine geeignete Krisenvorsorge betreiben.

Basel III ist also als direkte Konsequenz aus der Finanzkrise erwachsen. Der Beschluss wurde am 12. September 2010 vom Baseler Ausschuss für Bankenrecht aufgestellt. Inhalt dieses Beschlusses sind strengere Regeln für das Eigenkapital der Banken.

Der Ausschuss für Bankenaufsicht wurde bereits im Jahre 1974 gegründet, 1988 beschloss der Ausschuss Basel I, 2004 Basel II und dann 2010 Basel III. Die Gründung des Ausschusses erfolgte durch die G-10-Länder mit der Intention einer Vereinheitlichung der Aufsichtsregeln für die Finanzbranche. Heute sitzen in diesem Ausschuss Bankenaufseher sowie Mitglieder der Notenbanken aus 27 Ländern.

Im Zusammenhang mit Basel III fallen immer wieder die Schlagworte Eigenkapital und Risiken. Über welche Art und über wie viel Kapital eine Bank verfügen muss, um ihre Risiken effektiv abzusichern, wird generell durch die Eigenkapitalregeln bestimmt. Es entstand jedoch in der Vergangenheit während der Finanzkrise das Problem, dass vorhandenes Eigenkapital im Verhältnis der Risiken nicht ausreichte.

In der Folge mussten die Staaten eingreifen, um die Banken retten zu können. Mindestens 8 Prozent der Risikopositionen muss eine Bank als Eigenkapital vorweisen können. Sobald eine Bank unter diese Grenze gerät, werden Maßnahmen zur Gefahrenabwendung durch die Bankenaufsicht angeordnet. Eigenkapital ist nicht gleich Eigenkapital, denn es gibt unterschiedliche Arten.

Zur Risikoabsicherung der Banken ist insbesondere das sogenannte Kernkapital von Bedeutung. Das Kernkapital ist ein fester Bestandteil des Eigenkapitals. Wie viele Risikopositionen einer Bank durch bankeigenes Kernkapital abgedeckt sein müssen, wird durch die sogenannte Kernkapitalquote angegeben, vor allem Kredite gehören dazu. Hartes Kernkapital besteht aus Gewinnvorträgen, offenen Reserven und einbezahltem Kapital.

In Turbulenzen ist es besonders wichtig, denn es soll allen Geldhäusern in Krisensituationen helfen, sich selbst zu stabilisieren. Hinsichtlich der Verlustteilnahme setzt sich das sogenannte weiche Kernkapital aus Kapitalinstrumenten mit weniger starken Merkmalen zusammen. Es können darunter beispielsweise stille Einlagen fallen, sofern die aufsichtsrechtlichen Kriterien für weiches Kernkapital erfüllt wurden.

Im Zuge der Beschlüsse von Basel III wurden die Strukturen zwingend notwendigen Eigenkapitals abgeändert. Nach diesen Vorgaben von ist durch die Banken künftig mehr hartes Kernkapital vorzuhalten, wodurch sich die Kernkapitalquote erhöht. Dadurch wird für mehr Stabilität im Banken- und Finanzsektor gesorgt. Ohne staatliche Hilfe und aus eigener Kraft sollen Banken außerdem ihre Risiken durch eigene Zusatzpuffer besser auffangen können.

Die beiden Teile des Zusatzpuffers sind der sogenannte Kapitalerhaltungspuffer und der antizyklische Kapitalpuffer. Der Kapitalerhaltungspuffer soll verhindern, dass in einem Krisenfall noch vorhandenes Kapital zu schnell aufgezehrt wird. Werden die vorgegebenen Werte von einer Bank unterschritten, so muss das jeweilige Geldhaus mit Sanktionen durch Beschränkung ihrer Dividende rechnen.

Durch den Kapitalerhaltungspuffer wird in der Praxis die Mindestkernkapitalquote erhöht. Der antizyklische Kapitalpuffer soll von den Bankhäusern in guten Zeiten angelegt werden, um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten damit Verluste ausgleichen zu können. Der antizyklische Kapitalpuffer dient also dem Zweck, nach einem exzessiven Kreditwachstum einen Absturz abzufedern.

Bankenaufseher entscheiden für jedes Land individuell über seine Umsetzung. Banken sind angehalten in guten Zeiten Kapital zu bilden, damit in schlechten Zeiten Verluste aufgefangen werden können, das ist die eigentliche Kernaussage von Basel III. Werden die durch Basel III festgesetzten Grenzen unterschritten, so muss die Bankenaufsicht zur Sicherung der Finanzmarktstabilität aber auch zum Schutz der Anleger und Sparer handeln, um Gefahren rechtzeitig abzuwenden.