Darlehensvertrag: Ausgestaltung und Inhalte von A bis Z

1.Vertragszweck


Der Darlehensvertrag begründet das Rechtsverhältnis zwischen Darlehensgeber und Darlehensnehmer. Durch den Abschluss des Darlehensvertrages verpflichtet sich der Darlehensgeber, eine Geldsumme in der festgelegten Höhe bereitzustellen. Im Gegenzug trifft den Darlehensnehmer die Verpflichtung, die Darlehenssumme bei Eintritt der Fälligkeit zurückzuzahlen und als Ausgleich für die Geldüberlassung vereinbarte Zinsen zu entrichten (§ 488 Abs. 1 BGB).

Verbraucherdarlehensverträge müssen schriftlich abgeschlossen werden (§ 492 BGB). Die Schriftform empfiehlt sich bei allen Formen der Geldleihe, um sämtliche Vertragsinhalte zur Sicherheit beider Vertragsparteien verbindlich festzulegen. Der Darlehensvertrag zielt darauf ab, die einzelnen Bedingungen der Darlehensvergabe zu normieren.

2. Darlehensvertrag: seine grundsätzlichen Inhalte


2.1 Vertragsparteien


Der Darlehensvertrag bezeichnet die Vertragsparteien. Darlehensgeber und Darlehensnehmer werden mit ihren persönlichen Daten, d.h. mit Name und Anschrift genannt.

2.2 Darlehenssumme und Auszahlung


Die Höhe der gewährten Darlehensumme und der Auszahlungstermin zählen zu den Fixbestandteilen des Darlehensvertrages. Ebenso ist das Konto anzuführen, auf welches die Auszahlung erfolgen soll.

2.3 Verwendungszweck des Darlehenvertrags


Bei zweckgebundenen Darlehen findet sich im Darlehensvertrag ein Vermerk über den Verwendungszweck.

2.4 Laufzeit


Ein Darlehen wird im Normalfall für eine bestimmte Laufzeit gewährt, welche die Vertragsparteien in Abhängigkeit vom Verwendungszweck vertraglich festsetzen.


2.5 Zinsen beim Darlehensvertrag


Im Regelfall einigen sich die Vertragsparteien im Darlehensvertrag auf einen festen Zinssatz (in % pro Jahr), welcher für die gesamte Laufzeit oder einen bestimmten Zeitraum gilt. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen variablen Zinssatz zu vereinbaren. Bei variabler Verzinsung sind die Bedingungen zu normieren, unter welchen dieser Zinssatz an den festgelegten Referenzzinssatz anzupassen ist.

Im Darlehensvertrag wird zudem der Zeitpunkt der Zinsberechnung fixiert. Mit vierteljährlicher, halbjährlicher und jährlicher Verzinsung sind verschiedene Alternativen möglich. Die vereinbarte Fälligkeit der Zinsen bestimmt den Termin, an welchem der Darlehensnehmer die Zinsen zurückzahlen muss.

Bei Verbraucherdarlehen müssen Darlehensgeber den Effektivzinssatz im Darlehensvertrag verpflichtend angeben, weil er die jährlichen Kosten im Bezug auf die Darlehenssumme berücksichtigt und den Vergleich verschiedener Angebote erleichtert.

2.6 Tilgungsform und Rückzahlung


Jeder Darlehensvertrag beinhaltet Bestimmungen zur Rückzahlung (siehe Tilgung) der Darlehenssumme, welche sich je nach Art des Darlehens unterscheiden. Es ist festzulegen, ob der Darlehensnehmer das Darlehen in laufenden Raten zu tilgen hat (Tilgungsdarlehen und Annuitätendarlehen) oder in Form einer einmaligen Rückzahlung der gesamten Summe am Ende der Laufzeit (endfälliges Darlehen).

Die Vertragspartner können konstante monatliche Raten vereinbaren, welche neben dem Tilgungsanteil den Zinsanteil umfassen und während der gesamten Laufzeit gleich hoch sind (Annuitätendarlehen). Periodisch gleich bleibende Rückzahlungsanteile werden auch beim Tilgungsdarlehen berechnet, worin allerdings die Zinszahlungen nicht inkludiert sind. Im Gegensatz zur Annuitätentilgung schwankt die Höhe der monatlichen Gesamtbelastung und nimmt im Zeitverlauf ab. Bei allen Tilgungsformen wird die Rückzahlung terminlich fixiert.


2.7 Sicherheiten


In Abhängigkeit von Darlehenshöhe und Bonität des Darlehensnehmers kann die Besicherung des Darlehens als zusätzliche Vertragsbedingung normiert werden. Als Sicherheiten können die Vertragsparteien beispielsweise die Einräumung einer Hypothek an Immobilien, die Sicherungsübereignung eines Autos, die Abtretung von Gehaltsforderungen oder Lebensversicherungen sowie eine Bürgschaft vertraglich beschließen.

2.8 Schufa-Klausel


Bei Darlehen mit Kreditinstituten gilt meist die Schufa-Klausel als Fixbestand im Darlehensvertrag und als gleichzeitige Bedingung für die Darlehensvergabe. Mit Unterzeichnung dieser Klausel willigt der Darlehensnehmer darin ein, dass der Darlehensgeber sämtliche Daten im Zusammenhang mit der Vergabe und Abwicklung des Darlehens an die Schufa weiterleiten darf.

2.9 Kosten


Vertragliche Bestimmungen über die Verrechnung von Bearbeitungsgebühren sind bei Verbraucherdarlehen unzulässig. Kreditinstitute können jedoch Bereitstellungsgebühren verlangen.

2.10 Zusatzvereinbarungen


Ergänzend können im Darlehensvertrag Sondervereinbarungen getroffen werden. Dies betrifft beispielsweise die Vereinbarung einer Tilgungsänderungsoption, welche eine nachträgliche Anpassung der Darlehensrate ermöglicht. Ebenso kann dem Darlehensnehmer die Möglichkeit eingeräumt werden, Sondertilgungen zu leisten oder Raten auszusetzen.