Die Geschichte des Geldes

Rohmaterialien und Gebrauchsgüter waren in der Frühzeit weltweit das gängige Tauschmittel. Damit sich die Dinge zum Tausch eigneten, mussten sie von realem Wert sein. Naturalien ließen sich zu Gebrauchsgegenständen verarbeiten, zu ihnen zählten Steine, Knochen, Muscheln, Federn, Leder und Felle.

Aus ihnen ließen sich Zierrat, Kleinwerkzeuge und Kleidung herstellen sowie Behausungen ausstatten. Gebrauchsgüter als Zahlungsmittel einzuführen war eine Weiterentwicklung des Tauschhandels. Metallwerkzeuge oder Statussymbole in Form von hochwertiger Schmiedekunst wurden zu begehrten Tauschobjekten. Fertigwaren hatten den Vorteil, nicht mehr verarbeitet werden zu müssen und konnten gleich zum Einsatz gebracht werden.

Harze, getrocknete Kräuter und Pilze waren ein Tauschgut, das an Wert sogar gewann. Priester benötigten Harze, um diese in den Tempeln zu verbrennen. Heiler wandten Kräuter zu Behandlungszwecken an. Pilze waren sehr vielseitig zu verwenden, darunter als Zunder zum Entfachen von Feuer. Letztere Waren hoben die Stellung der Priester und Heiler deutlich empor und ließen den Wert von Harzen, Kräutern und Pilzen ins Immense steigen, so dass ein Ungleichgewicht im Tauschhandel entstand.

Erste Münzprägung


Im 7. Jahrhundert v. Chr. erschien im westlichen Kleinasien die Schlagmünze. Eine Prägeform wurde über einen Blankotaler geschlagen und erhielt auf diese Weise sein Erkennungszeichen. Prägebilder waren zunächst Kultobjekte der Mythologie, im Laufe der Jahrhunderte brachten Herrscher Münzen mit ihrem Profil in Umlauf.

Der Wert der ersten Münzen richtete sich dabei nicht an der Prägung, ausschlaggebend war ihr Materialwert. Edel- wie Halbedelmetalle dienten zur Münzherstellung, die Prägungen waren lediglich ein Merkmal ihrer Herkunft. Der Tauschhandel, Münzen gegen Ware, vereinfachte den Güterverkehr. Münzen waren klein und ließen sich in größeren Mengen leicht transportieren.

Mit der Ausweitung des Handels durch die kostenintensive Schifffahrt erhielten die Münzen in der Neuzeit erstmals aufgedruckte Werte. Ihr Material war nicht mehr von Bedeutung, edle Metalle wichen preisgünstigen Legierungen.

Erstes Papiergeld


Das erste Papiergeld entstand im mittelalterlichen China. Papiere wurden mit einem Nennwert versehen, der die Kaufkraft des Scheins angab. Papiergeld war noch leichter zu transportieren und günstiger herzustellen als Münzen, deshalb verbreitete sich dieses Zahlungsmittel in der Renaissance auch in Europa.

In der Neuzeit wurden Geldscheine mittels Inhaberpapieren, Wechseln, Schuldscheinen, Bons, Schecks und schließlich mittels Teilhaberakten, dem Vorläufer der Aktie, ergänzt. Das immer komplexer werdende Geldsystem benötigte einen Verwaltungsapparat, Geldinstitute und ein Finanzministerium entstanden.

Immaterielles und elektronisches Geld


Der Scheckverkehr war eine beliebte Alternative zur Bargeldzahlung. Schecks, die direkt auf den Empfänger ausgestellt waren, die Verrechnungsschecks, boten bei Verlust des Zahlungspapiers Sicherheit. Bargeld hingegen war bei Verlust unwiederbringlich verloren. Immaterielles Geld auf den Girokonten der Bankkunden spielte eine immer wichtigere Rolle. Der Zahlungsverkehr erfolgte fast ausschließlich über Auf- und Abbuchungen der jeweiligen Gegenkonten. Bargeld wurde erst auf ausdrücklichen Wunsch des Bankkunden am Schalter ausgezahlt.

Die Unabhängigkeit des Bankkunden wurde zunehmend mit der Einführung von Kontoausdruckgeräten und Geldautomaten gefördert. Per Bank- oder Kreditkarte vermochten die Kunden ihren aktuellen Kontostand jederzeit einsehen. Zu Amtszwecken waren sie allzeit in der Lage, Kontoauszüge zu entnehmen. Die Geldautomaten machten die Bankkunden ebenfalls von den Öffnungszeiten des Kreditinstituts unabhängig, Bargeldabhebungen und Überweisungen konnten täglich 24-stündig getätigt werden.

Mit der weltweiten Vernetzung des Computerwesens nahm der Anspruch auf Bargeld weiter ab. Handelsmärkte statteten ihre Verkaufsräume mit Kreditkartengeräten aus, so dass die Kundschaft auf die Mitnahme von Bargeld verzichten konnte.

Mit der Einrichtung der Onlineshops und des Online-Bankings entstand der elektronische Zahlungsverkehr. Die Mitnahme von Zahlkarten wurde zunehmend überflüssig, denn manchenorts sind die Rechnungen vielfach per Mobiltelefon zu begleichen.