Die Wirtschaftslage in Europa 2014

Nach wie vor stellen die hohen Haushaltsdefizite in vielen europäischen Ländern ein großes Problem dar. Hier besteht zum Teil erheblicher Reformbedarf. Die zur Haushaltssanierung nötigen Einsparungen lassen sich jedoch in der Regel nur schwer durchsetzen. Oftmals ist mit ihnen der Abbau von sozialen Leistungen verbunden, was in der Bevölkerung für Widerstand sorgt. Dieser äußerst sich häufig in der Form von Streiks, was wiederum dazu angetan ist, anfängliche Konjunkturbelebungen zunichte zu machen.

Was die wirtschaftliche Stabilität in Europa betrifft, herrscht ein starkes Nord-Süd Gefälle. Einem relativ prosperierenden Norden steht ein mit ökonomischen Schwierigkeiten kämpfender Süden gegenüber. Auch einige der in den jüngsten Jahren der Eurozone beigetretenen osteuropäischen Länder zählen zu den wirtschaftlichen Sorgenkindern Europas. Inzwischen macht das Wort vom Unterschied zwischen Kern- und Peripheriländern die Runde.

Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum der Euroländer nehmen sich relativ bescheiden aus. Meist liegen sie bei lediglich gut einem halben Prozent. Für Deutschland wird ein drei bis vier Mal so hohes Wachstum erwartet.

Auffallend ist, dass zumindest gegenwärtig einige der europäischen Länder, die der Währungsunion nicht beigetreten sind, stabilere wirtschaftliche und soziale Verhältnisse aufweisen, als sie im Schnitt bei den Euroländern vorhanden sind. Was die makroökonomischen Daten betrifft, zeigen sich Schweden und die Schweiz besser aufgestellt als die EU-Währungsländer in ihrer Gesamtheit.

Auch was die Arbeitslosenquote angeht, steht die Währungsunion schlechter da, als die gesamte Europäische Union. Hier beträgt der für die Eurozone ausgewiesene Wert 12 Prozent und der für die EU lediglich 10,7 Prozent (Stand Dezember 2013, Quelle: statista.com).

Länder wie Irland und Island haben es zumindest vorläufig geschafft, die Krise zu bewältigen und den Eurorettungsschirm zu verlassen. Damit konnten sie sich dem Diktat der aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischen Zentralbank (EZB) und EU-Kommission bestehenden Troika entziehen. Dagegen werden die betroffenen Länder in Südeuropa noch lange mit den Folgen der verordneten EU-Sparpolitik zu leben haben.

In Staaten wie Spanien und Griechenland liegt die Arbeitslosenquote bei 25 Prozent, wobei die Jugendarbeitslosigkeit häufig doppelt so hoch ist. Als Folge davon wandern viele junge Menschen aus, vor allem Fachkräfte, die für sich und ihre Familien in Deutschland mehr Chancen und bessere berufliche Perspektiven sehen.

Ein Blick auf die Staatsverschuldung einzelner Länder gibt wenig Anlass zur Hoffnung. Bei Griechenland, Irland, Italien und Portugal machte die Schuldenquote im Jahr 2012 mehr als 100 Prozent des Bruttosozialprodukts aus. In Belgien und Frankreich lag der Wert bei über 90 Prozent (Quelle: tagesschau.de). Die Prognosen lassen für die nahe Zukunft keine Besserung erwarten.

Immerhin weist Deutschland als stärkste Wirtschaftsmacht in Europa nach Jahrzehnten einen Haushalt aus, der nicht durch die Aufnahme neuer Kredite finanziert wurde. Möglich machen dies außer einer nach wie vor kraftstrotzenden Außenhandelsbilanz, die seit Jahren anhaltende Konjukturbelebung in Verbindung mit einer starken Binnennachfrage. Mit positiven Daten können vor allem auch die baltischen Staaten und die Beneluxländer aufwarten. Allerdings gibt die Gesamtverschuldung Belgiens mit 100 Prozent des Bruttosozialprodukts auch hier Anlass zur Sorge.