Eigenen Strom produzieren – wie geht das?

Es gibt mittlerweile viele wirtschaftliche und auch politische Faktoren, die zu einem kontinuierlich steigenden Strompreis führen. Deshalb überlegen sich schon viele Hausbesitzer, eigenen Strom zu produzieren. Dadurch wird eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber den großen Stromanbietern geschaffen. Zudem entsteht eine Entlastung für die Umwelt. Es ist jedoch zunächst etwas Überlegung erforderlich, bevor eine solche Maßnahme in die Tat umgesetzt wird. Da mehrere Möglichkeiten zur eigenen Stromerzeugung zur Wahl stehen, muss die beste herausgefunden werden.

Stromerzeugung mit einem Mini-Windkraftwerk


Ein sogenanntes Mini-Windkraftwerk funktioniert im Grunde genommen genauso wie die großen Windkraftanlagen. Der Wind setzt einen Rotor in Bewegung, der einen Generator antreibt. Solche kleinen Windkraftanlagen sind mitunter schon recht kostengünstig erhältlich. Sie dürfen allerdings nicht überall aufgestellt und betrieben werden. Es ist auf jeden Fall eine behördliche Genehmigung erforderlich.

Der eigentliche Nachteil solcher Anlagen besteht darin, dass sie mehr oder weniger starke Geräusche während des Betriebs erzeugen. Das kann sich unter Umständen als störend erweisen. Deshalb lohnt sich die Aufstellung einer kleinen Windkraftanlage nur dann, wenn das Grundstück eine ausreichende Größe hat. Zudem ist die Stromerzeugung mittels Windkraft nur dort effektiv, wo es regelmäßig windig ist. Das ist insbesondere in den Küstenregionen der Fall. Überschüssiger Strom kann unter Umständen ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Mit Solarzellen Strom erzeugen


Einige Hausbesitzer entscheiden sich für die Stromerzeugung mittels Solarzellen. Diese werden auf das Hausdach montiert und liefern sofort elektrischen Strom. Die Menge des produzierten Stroms ist von der Intensität der Sonneneinstrahlung abhängig. Weist das Gebäude eine Dachfläche in südwestlicher Richtung auf, ist dies schon eine günstige Voraussetzung, um mittels Sonne Strom zu erzeugen. Die Dachneigung sollte ebenfalls stimmen.

Der Nachteil einer Montage von Solarzellen auf dem Dach sind die hohen Investitionskosten. Vorteilhaft ist jedoch die staatlich garantierte Einspeisevergütung. Produziert die Solaranlage mehr Strom als im Haus verbraucht wird, findet eine Einleitung in das öffentliche Stromnetz statt.

Der Investor enthält dafür eine im Voraus festgelegte Vergütung über einen Zeitraum von 20 Jahren. In diesem Zeitraum hat sich die Solaranlage auf jeden Fall bezahlt gemacht. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine Solaranlage auf dem Dach völlig lautlos Strom produziert. Daher findet keine Belästigung von Nachbarn statt.

Mit Blockheizkraftwerken Strom und Wärme produzieren


Eine gute Möglichkeit, selbst Strom zu produzieren, bieten die Blockheizkraftwerke. Diese lassen sich wie konventionelle Heizungsanlagen in nahezu jeden Keller einbauen. Ein Motor treibt im Blockheizkraftwerk einen Generator an. Der Generator produziert Strom. Dieser Strom wird im Haus verbraucht. Auch bei solchen Anlagen findet die Einspeisung überschüssig produzierten Stroms ins öffentliche Stromnetz statt.

Da sowohl der Motor als auch der Generator während des Betriebs warm wird, kann die Wärme gleichzeitig zum Heizen des Gebäudes genutzt werden. Diese Art der Wärme- und Stromerzeugung ist sehr effektiv. Besonders vorteilhaft ist, dass sich Blockheizkraftwerke mit unterschiedlichen Brennstoffen betreiben lassen. Es gibt entsprechende Geräte für Heizöl, Gas oder auch Pellets. So kann sich jeder Hauseigentümer aussuchen, welchen Brennstoff er bevorzugt oder welche Brennstoffe bereits verfügbar sind. Dadurch sinken die Investitionskosten.

Die Kalkulation ist enorm wichtig


Jeder Hauseigentümer sollte sich im Klaren darüber sein, dass die Investition in die eigene Stromerzeugung nicht zu einer kurzfristigen finanziellen Entlastung führt. Es handelt sich immer um langfristige Investitionen, die sich erst nach vielen Jahren rechnen. Aus diesem Grund sollte die Kalkulation immer mit größter Sorgfalt durchgeführt werden.

Dabei sind der Standort, der Eigenverbrauch und natürlich die erforderliche Investitionssumme mit ins Kalkül zu nehmen. Im Zweifelsfall sollte auch ein Expertenrat befolgt werden. Nur wenn alle Bedingungen Berücksichtigung finden, ist die Investition in die eigene Stromerzeugung von Erfolg gekrönt.