Am Anfang steht das Girokonto

Für eine Bank stellt die Eröffnung eines Girokontos den Beginn einer hoffentlich langen und ertragreichen Beziehung zu einem neuen Kunden dar. In der Vergangenheit war diese Option sicher auch gegeben, spielte sich ein Großteil des Zahlungsverkehrs doch noch in den Schalterhallen der Institute ab.

Auch wenn die Mitarbeiter in den Filialen konsequent auf Vertrieb ausgerichtet sind, wird es für sie immer schwerer, Neugeschäft zu generieren. Durch das Onlinebanking und die Aufstellung von Serviceautomaten in den Vorhallen der Geschäftsstellen haben die Geldinstitute die Kunden selbst vom Schalter vertrieben.

Gebühren nicht mehr nachvollziehbar


Die Filialbanken und Sparkassen kalkulieren damit, rund ein Drittel ihrer Filialen in den nächsten Jahren zu schließen. Kein Wunder, wer keine Neukunden gewinnt, und mit niedrigen Margen kämpft, braucht auch keine Standorte. Vergleicht man einmal die Konditionen der Filialbanken mit denen der Direktanbieter, ist es nicht verwunderlich, dass die Migration zu den Onlinebanken unverändert anhält.

Für die Generation Internet ist es geradezu selbstverständlich, ein Konto bei einer Onlinebank zu eröffnen. Den Kosten für Kontoführung und Kreditkarte bei den Instituten in der Fläche stehen vollständig kostenlose Kontopakete der Mitbewerber aus der digitalen Welt gegenüber. Dabei sind die Direktbanken keineswegs ausschließlich auf die Führung von Girokonten fokussiert, im Gegenteil. Immer mehr Direktbanken bieten inzwischen das gesamte Produktportfolio für die privaten Kunden. Von Konten und Kreditkarten über Kredite und Baufinanzierungen und das Wertpapiergeschäft bis hin zu Versicherungs- und Vorsorgelösungen halten sie alles bereit.

Allerdings zeichnen sie sich dadurch aus, dass die Telefonanrufe mit dem Hinweis auf eine Terminvereinbarung, um wichtige Themen zu besprechen, wie sie bei den Instituten vor Ort die Regel sind, entfallen. Auf der einen Seite war es den Instituten in der Fläche wichtig, dass die Kunden selbst die Dienstleistungen im Zahlungsverkehr in die Hand nehmen, auf der anderen Seite kalkulieren sie immer noch Gebühren – ein mehr als fraglicher Sachverhalt.

Durch Kontenwechsel bis  zu 100 Euro im Jahr sparen


Rund 100 Euro kostet ein Girokonto inklusive einer Kreditkarte im Jahr bei einer Sparkasse oder Filialbank. 100 Euro, die ein Kunde dafür bezahlt, dass er seine Überweisungen selbst im Onlinebanking ausführt und seine Daueraufträge selbst verwaltet. Dazu kommen gegebenenfalls noch Kosten für Barverfügungen an fremden Geldautomaten.

Vergleichsportale machen nicht nur deutlich, dass sich dieser Betrag leicht einsparen lässt, sie zeigen auch, wie einfach es ist, das Girokonto zu kündigen. Ein Girokonto ist keine Glaubensfrage, sondern notwendig, um am Geschäftsverkehr teilnehmen zu können, und das möglichst kostengünstig. Vor diesem Hintergrund sollte jeder Bankkunde einmal überlegen, ob ein Wechsel der Bankverbindung nicht die intelligentere Lösung darstellt.