Investition: Anlegen von Kapital zur Gewinnerzielung

Investitionen sind die Anlage von Kapital durch einen Investor in Vermögen zum Zweck der Gewinnerzielung, also beispielsweise dem Erwerb von Immobilien oder der Beteiligung an Unternehmen.

Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Lateinischen und bedeutete „Bekleiden“ – heutzutage hat sich die Bedeutung verschoben zu einem „Bekleiden“ von Gütern mit Geldmitteln.

Es geht bei Investitionen immer darum, Kapital langfristig investitionanzulegen – man gibt jetzt Geld aus, für das man erst in Monaten, Jahren oder gar Jahrzehnten Erträge erhält. Jegliche betriebliche Tätigkeit setzt die Investition von Geldmitteln auf längere Zeit voraus.

Wichtiges Merkmal einer Investition ist dabei der Charakter der Langfristigkeit und die Verwendung des Kapitals zur Steigerung des Unternehmens- oder Privatvermögens. Wer also eine Lokalrunde in der Kneipe zahlt, gibt zwar viel Geld aus, tätigt aber keine Investition.

Der Begriff der Investition wird sowohl in der Betriebswirtschaftslehre als auch in der Volkswirtschaftslehre verwandt.

In der Betriebswirtschaftslehre stehen in erster Linie die Investitionen in Anlage- und Umlaufvermögen sowie Unternehmensbeteiligungen im Fokus; die Investitionsplanung ist ein wichtiger betriebswirtschaftlicher Faktor für eine erfolgreiche Unternehmensführung.

Hingegen bedeuten Investitionen im volkswirtschaftlichen Bereich die langfristige Anlage von Geldmitteln zur Sicherstellung der Güterproduktion. Die Investitionen erhalten, verbessern oder erweitern die Produktionsmittel von Unternehmen und erhöhen langfristig auch den sogenannten Kapitalstock des Staates.

kredit von privat ohne schufa

Das vorherrschende Investitionsklima ist ein wichtiger Konjunkturmotor. Die Investitionen des Staates selbst sinken seit knapp fünfzehn Jahren – die Abschreibungen übersteigen die Nettoinvestitionen. Ein staatliches Steuerungselement des Investitionsklimas ist beispielsweise der Marktzins. Unternehmer wünschen sich für ihre Investitionstätigkeiten vor allem Bürokratieabbau, die Verfügbarkeit von Fachkräften, günstige Energieversorgung und verlässliche Politik sowie Steuererleichterungen.

Bei Privathaushalten wird bei der Finanzplanung und der langfristigen Geldanlage im Regelfalle nicht von Investitionen, sondern von Kapitalanlage gesprochen. Im Jahre 2015 betrug laut Statistischem Bundesamt die Gesamtsumme der Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland 603 Milliarden Euro, was die betriebs- und volkswirtschaftliche Dimension des Investitionsklimas verdeutlicht.

Abgrenzung Investition und Finanzierung


Auch wenn die Begriffe Investition und Finanzierung umgangssprachlich oft gleichbedeutend verwandt werden, sind sie doch aus finanztechnischer Hinsicht deutlich abzugrenzen.

Während Investitionen sich auf der Aktivseite der Bilanz niederschlagen (zum einen in der Erhöhung des Anlagevermögens beispielsweise durch den Erwerb von Maschinen oder Grundstücken, zum anderen im Umlaufvermögen durch Rückgang der liquiden Mittel), werden Finanzierungen (zum Beispiel Eigenkapitalerhöhungen oder Aufnahme langfristiger Kredite) immer auf der Passivseite der Bilanz zu finden sein. Die Finanzierung ist die Beschaffung benötigten Kapitals, während die Investition die Verwendung der Kapitalmittel beschreibt.

Verschiedene Unterscheidungskriterien


Klassifiziert werden Investitionen nach verschiedenen Kriterien. Die gängigsten sind Investitionsgegenstand sowie Investitionsziel, also zum einen nach dem Objekt, also dem Gut, in das investiert wird:

  • Sachinvestitionen sind Investitionen in das Anlagevermögen oder auch in Sachgüter, die dem Umlaufvermögen zugehörig sind (also beispielsweise Immobilien, Lagerbestände, Maschinen).
  • Bei Finanzinvestitionen handelt es sich um den Erwerb von Forderungs- oder Beteiligungsrechten, also zum Beispiel Aktien oder auch Unternehmensbeteiligungen.
  • Immaterielle Investitionen befassen sich mit dem Erwerb von Rechten wie Konzessionen, mit der Forschung und Entwicklung neuer Produkte, dem Marketing oder auch der Investition in das Personal in Form von Fortbildungen.

Zum anderen wird unterschieden nach dem Zweck der Investitionen:


  • Gründungsinvestitionen – Investitionen zu Gründung oder Kauf eines Unternehmens.
  • Nettoinvestitionen – die effektive Summe an Neuinvestitionen nach Abzug der Abschreibungen, die für den Verschleiß der Produktionsgüter vorgesehen sind.
  • Ersatzinvestitionen – Investitionen, die zum Ersatz von abgenutzten Produktionsgütern dienen (Netto- und Ersatzinvestitionen ergeben zusammen die Bruttoinvestitionen).
  • Erweiterungsinvestitionen – Investition zum Zwecke der Produktionserhöhung (mehr Arbeitskräfte und mehr Produktionsmittel).
  • Rationalisierungsinvestitionen – Investition zur Beibehaltung oder Erhöhung der Produktivität mit weniger Mitteleinsatz.
  • Desinvestition – die Realisierung der Investitionsmittel und der Rückfluss ins Unternehmen (beispielsweise der Verkauf von Anteilen an anderen Unternehmen).

Entscheidung über Investitionstätigkeit


Da Investitionen in der Regel eine langfristige Kapitalbindung verursachen und nur schwer umkehrbar sind, gleichzeitig aber große strategische Bedeutung für den weiteren Unternehmenserfolg haben, ist die Investitionsplanung von großer Bedeutung. Hinzugezogen werden hier entweder ein statisches Verfahren, das die Durchschnittswerte eines Jahres berücksichtigt, oder ein dynamisches Verfahren über die gesamte Nutzungsdauer des Investitionsgutes.

Grundlage für die Investitionsentscheidung ist die „Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals“. Diese meint den Zinssatz, zu dem die Kosten der Investition mit dem Investitions-Gegenwartswert übereinstimmen. Nur wenn dieser Zinssatz oberhalb des aktuell gültigen Marktzinses liegt, ist eine Investition wirtschaftlich sinnvoll. Die Vorteilhaftigkeit einer Investition hat unmittelbare Auswirkung auf Wertsteigerung und Rendite des Unternehmens.

Auswirkungen von Investitionen


Ein volkswirtschaftlicher Effekt von Investitionen ist der sogenannte Kapazitätseffekt, der zeigt, dass durch positive Nettoinvestitionen und Ausweitung oder Verbesserung unternehmerischer Produktionskapazitäten das Produktionspotenzial der gesamten Volkswirtschaft erhöht wird. Der Einkommenseffekt besagt, dass die Erhöhung des Produktionspotenzials zu einer erhöhten Nachfrage nach Gütern führt. Dadurch wird die Produktion weiter angekurbelt und es werden Arbeitsplätze geschaffen – die Einkommen steigen. Investitionsentwicklung und Konjunkturverlauf gehen Hand in Hand.

Die Bedeutung von Investitionen für Start-Ups


Insbesondere junge Start-Ups und Unternehmensgründungen, die am Anfang ihrer Entwicklung stehen und noch nicht in der Lage sind, aus eigenen Mitteln benötigtes Kapital zu beschaffen, sind auf Investitionen in hohem Maße angewiesen. Investitionen in diese Unternehmen sind mit einem hohen Risiko behaftet, versprechen im gleichen Maße aber auch eine hohe Rendite.

Gerade hier zeigt sich auch der Charakter der Langfristigkeit von Investitionen, denn besonders in diesem Bereich sind Geldgeber oft am nachhaltigen Erfolg des Unternehmens interessiert und auch persönlich involviert.

Auslandsinvestitionen


Ausländische Direktinvestitionen, auch foreign direct investments oder kurz FDI genannt, sind Investitionen durch inländische juristische oder natürliche Personen im Ausland. Diese Direktinvestitionen sind ein bedeutender Bestandteil des internationalen Kapitalflusses und der Globalisierung.

Im Vordergrund steht hier der Erwerb von Anteilen an bestehenden Unternehmen oder aber auch die Beteiligung an einer Unternehmensgründung mit dem Ziel der dauerhaften Einflussnahme. Motive für Auslandsinvestitionen sind beispielsweise der Zugang zu neuen Märkten, eine Verlagerung der Produktion, Einsparpotenzial durch globale Koordination oder auch Steuererleichterungen sowie Vorteile durch geringere Kosten für Arbeitskräfte. Die passiven Auslandsinvestitionen fließen ins Land herein, während die aktiven Auslandsinvestitionen aus dem Land herausfließen. Die Summe dieser beiden ergibt die Kapitalbilanz eines Staates.

FDI sind eine wichtige Kenngröße der Globalisierung und bilden langfristige und stabile Verbindungen zwischen Volkswirtschaften. Der Anteil der FDI am Bruttoinlandsprodukt eines Landes ergibt ein Maß dafür, wie weit die Globalisierung einer Volkswirtschaft fortgeschritten ist. FDI sind rechtlich durch zahlreiche Investitionsschutzabkommen oder regionale Wirtschaftsabkommen, beispielsweise innerhalb der EU oder ASEAN, geschützt.

Ausländische Investoren halten die Mehrheit der am DAX gehandelten Aktien. Die deutsche DAX-Beteiligungsquote liegt bei über einem Drittel, was angesichts dessen, dass nur etwa sechs Prozent der aus Industriestaaten stammenden möglichen Investoren aus Deutschland stammen, tatsächlich sogar überproportional hoch ist. Die deutsche Handelsbilanz ist positiv – die Exporte übersteigen die Importe. Die Bankenkrise hat verdeutlicht, dass viele Investitionen im Ausland, gerade durch deutsche Großbanken, oftmals schlecht angelegt waren.

Es kam nicht nur zum Ausfall der Investitionen, sondern die Kreditinstitute selbst mussten gerettet werden. Dank seiner starken Wirtschaft, transparenter Regelungen und einer stabilen Politik sowie der Einbettung in den EU-Binnenmarkt ist Deutschland ein beliebtes Ziel von FDI und mittlerweile gar auf Platz 2 in der Beliebtheitsskala hinter den USA. So hat beispielsweise China seine FDI besonders stark ausgebaut. Erstmals flossen mehr Investitionen aus China nach Deutschland als umgekehrt.

Diese Entwicklung ist nicht unumstritten, da die chinesischen Investitionen häufig im Bereich von Hochtechnologie und sehr fortschrittlichen Produktionsstätten getätigt werden und ein „Ausverkauf“ deutscher Unternehmen befürchtet wird. Auch China sieht die Entwicklung und die damit einhergehende Kapitalabwanderung mit Besorgnis. Der Brexit könnte Deutschland zum Vorteil gereichen, da vermutlich etliche Auslandsinvestitionen hierhin abwandern werden.