Kein Vertrauen in die Banken?

Viele Bürger, vor allem solche, die Geld anlegen wollen, haben kein großes Vertrauen mehr in die Banken. In einer Umfrage von 2012 äußerten sich 58 % der Befragten weniger zufrieden im Vergleich zum Vorjahr - Tendenz steigend.

Warum das so ist, hat diverse Gründe, die sich auf einen Faktor zusammenschrumpfen lassen: Der Kunde ist entgegen aller Beteuerungen unwichtig, der Normalbürger gegenüber der Bankenlobby machtlos. Für Frust sorgen im Wesentlichen diese Faktoren:

Die Finanzkrise


Die Finanzkrise sorgt für Unzufriedenheit der Sparer. Früher konnten Sparer sich sicher sein, dass ihre Ersparnisse sich mit Zins und Zinseszins vermehren, wenn nur das Geld in soliden Finanzprodukten wie Sparbuch, Anleihen oder Tages- und Festgeld geparkt wurde. Damit soll es nun vorbei sein.

Die Europäische Zentralbank (EZB) drückt den Leitzins herunter, um Krisenländer mit billigem Geld zu stützen. Die Banken brauchen das Geld der Sparer nicht mehr und können die Zinsen für ihre Angebote senken. Das schlägt sich in der Zufriedenheit der Sparer selbstverständlich nieder. So äußerten sich 42 Prozent der Befragten mit der Beratung ihrer Bank und mit deren Finanzprodukten unzufrieden. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass es für einen Festgeld-Sparvertrag nur rund 0,4 % Zinsen gibt.

Boni für Banken-Manager


Dass Banken durch die Finanzkrise angeschlagen sind und mit vielen Milliarden Euro Steuergeldern gerettet werden, mag finanzpolitisch notwendig sein, der kleine Sparer jedoch kann nicht verstehen, wenn vor diesem Hintergrund den Managern der Banken weiterhin Boni in Millionenhöhe gezahlt werden. Die Finanzaufsicht BaFin forderte die Banken auf, dies zu überdenken.

Im Ergebnis wurde den Managern zwar weniger ausgezahlt, aber es verbleiben ihnen immerhin noch mehrere Millionen. Dieses Geld werden die Bankmanager kaum auf Konten ihrer eigenen Banken einzahlen wollen, denn bei den niedrigen Zinssätzen hätten sie davon kaum etwas. So fließt das Geld mancher Bankmanager wohl eher in einen Hedgefond.

Schlechte Beratung


Ein Großteil der Bankkunden (mehr als 40 Prozent) begründen den Mangel an Vertrauen mit einer schlechten Beratung. In der Folge informieren Sie sich aber wenigstens selbst, wenn es um Geldanlage geht - aufgeklärtere Verbraucher sind nicht das schlechteste Ergebnis. Rund 70 Prozent nehmen Beratungen durch Banken nicht mehr ernst, der Rest nennt weiterhin Banken als wichtigste Informationsquelle in Sachen Geldanlage.

Wenn das Vertrauen in Banken nicht weiter sinken soll, müssten Banken wieder mehr auf Kunden zugehen. Das wäre auch in ihrem eigenen Interesse, denn eine falsche Beratung kann unter Umständen dazu führen, dass die Bank dem Kunden Schadensersatz leisten muss. So ging es zumindest einer Bank, die einem Lottogewinner dazu riet, mehrere Millionen in einen riskanten Fonds zu stecken. Nachdem der Großteil des Geldes für den Neumillionär verloren war, wurde die Bank zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt.