Die Krankenkasse wechseln: "ja oder nein"

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen haben zum Beginn des Jahres 2016 ihre Zusatzbeiträge erhöht. Der Beitragsanteil, der vom Arbeitnehmer allein gezahlt werden muss, beträgt im Schnitt jetzt 1,1 %. Während der teuerste Versicherer 1,7 % zusätzlich zum Grundbeitrag von 14,6 % verlangt, gibt es auch 2016 immer noch einen Anbieter, der ohne jeden Zusatzbeitrag auskommt.

Für den Arbeitnehmer bedeutet das eine Spanne zwischen 7,3 % und 9,0 % Beitragssatz - bei einem Verdienst in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze von 4.125 € monatlich sind das rund 70 €, die man mehr in der Tasche haben könnte, wenn man zur günstigsten Krankenkasse wechseln würde.

gesetzliche krankenkasse wechselIn drei einfachen Schritten kann jeder gesetzlich Versicherte seine Krankenkasse wechseln:

  • 1. Kündigung der bisherigen Versicherung
  • 2. Anmeldung beim neuen Versicherer und schließlich
  • 3. Übersendung der neuen Mitgliedsbescheinigung an den alten Versicherer, damit die Kündigung wirksam wird. Für die Kündigung sind Fristen einzuhalten.

Zunächst einmal sind Sie üblicherweise 18 Monate an Ihren Krankenversicherer gebunden. Ab dann können Sie mit einer Frist von zwei Monaten kündigen. Dazu ein Beispiel: Sind Sie bei Ihrer Krankenkasse seit dem 1. Januar 2015 versichert, können Sie frühestens zum 1. Juli 2016 Mitglied einer anderen Kasse werden.

Wollen Sie zu diesem Zeitpunkt wechseln, müssen Sie den bestehenden Vertrag bis spätestens Ende Mai 2016 gekündigt haben. Denken Sie daran, dass auch der Nachweis der neuen Mitgliedschaft innerhalb der Kündigungsfrist vorliegen muss.

Bei Beitragsanhebungen haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Die Krankenkasse muss Sie mit der Mitteilung über den höheren Beitrag darauf ausdrücklich hinweisen. Jetzt heißt es handeln, denn Ihre Kündigung muss bis zum Ende des Monats, ab dem die Beitragserhöhung wirkt, beim Versicherer vorliegen. Nehmen Sie in Ihrem Kündigungsschreiben auf § 175 SGB V Bezug. Damit wird klar, dass Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Musterschreiben für die Kündigung gibt es im Internet. Die Kündigung wirkt zwei Monate später. Bei der außerordentlichen Kündigung sind Sie nicht an die Mindestlaufzeit des Vertrages von 18 Monaten gebunden.

Vielleicht sind Sie akut oder sogar chronisch erkrankt und haben Sorge, nach der Kündigung eines zu teuren Vertrages ohne Versicherungsschutz dazustehen. Keine Angst, der Wechsel zwischen zwei gesetzlichen Krankenkassen ist für Sie ohne Risiko. Die neue Krankenkasse darf Ihren Antrag nicht ablehnen.

Schauen Sie bei der Wahl des neuen Versicherers zunächst darauf, ob die Krankenkasse Ihrer Wahl möglicherweise an Ihrem Wohn oder Arbeitsort tätig ist. Von rund neunzig Kassen, die prinzipiell alle Versicherten aufnehmen, sind mehr als vierzig bundesweit verfügbar. Die Leistungen der Kassen sind zwar zu 95 % gleich, im Detail gibt es aber dennoch Unterschiede. Legen Sie beispielsweise Wert auf eine persönliche Betreuung in einer Geschäftsstelle vor Ort, auf Kostenübernahme bei Naturheilverfahren, Auslandsreisen oder Maßnahmen zur Gesundheitsförderung wie etwa Yoga-Kurse, sollten Sie Leistungsvergleiche zu Rate ziehen, die Sie im Internet finden.