Kredit ohne Vorkosten, Ihr gutes Recht

Wer einen Kredit aufnehmen möchte, muss in der Regel Zinsen dafür bezahlen, aber keine Vorkosten. An sich wäre es für die Banken und Kreditvermittlungen ein lukratives Geschäft, Vorkosten für einen Kredit zu verlangen.Fakt ist nämlich, dass bei Weitem nicht bei allen, die einen Ratenkredit aufnehmen möchten, die jeweilige Kreditwürdigkeit bzw. Bonität ausreichend ist , um als Kreditnehmer infrage zu kommen. In der Praxis bedeutet das für gewerbliche Kreditgeber, dass sie zahlreiche Kreditanträge bearbeiten müssen, die jedoch nicht realisierbar sind. Hierbei entstehen aber Arbeitskosten, somit wäre es verständlich, dass Kreditgeber diese Kosten dem Verursacher, also dem Antragsteller, in Rechnung stellen – immerhin wurden sie durch ihn verursacht. Ein solches Vorgehen ist im deutschen Recht aber nicht statthaft bzw. legitim.

Der Kreditgeber – egal ob Bank oder Kreditvermittlung – darf dem jeweiligen Kunden keine Kosten für die Bearbeitung seiner Anfrage bzw. seines Antrags in Rechnung stellen, auch wenn bei der hierzu nötigen Bearbeitung solche entstanden sind. Nur die effektiv entstandenen Auslagen, z. B. Portokosten, dürfen von Kreditvermittlungen berechnet werden (§ 655d BGB). Diese müssen aber auch schriftlich belegbar sein.

Unseriöse Anbieter stellen oftmals Vorkosten in Rechnung

Vor allem einige Kreditvermittlungen halten sich aber nicht an diese gesetzliche Vorgabe und stellen dem kreditsuchenden Verbraucher Vorkosten mit teils abenteuerlichen bzw. fragwürdigen Begründungen in Rechnung. Werden diese Gebühren nicht bezahlt, leiten diese Anbieter ihre ungesetzlichen Forderungen oftmals an unseriöse Inkassofirmen weiter, die dann ein Mahnverfahren einleiten, für welches zusätzliche Kosten berechnet wird.

Wenn Sie Opfer solcher Geschäftemacher geworden sind, sollten Sie auf keinen Fall eine Zahlung leisten, sondern Einspruch erheben und sich möglichst von einem Rechtsanwalt in dieser Sache vertreten lassen. Spätestens vor Gericht werden Sie Recht bekommen und entsprechend keine Zahlung leisten müssen. In mehreren Fällen sind solche Geschäftemacher auch schon wegen gewerbsmäßigen Betruges verurteilt worden, das Recht ist also eindeutig auf Ihrer Seite!

Seriöse Kreditgeber verlangen keine Vorkosten

Seriöse Kreditgeber verlangen für eine Anfrage nach Kredit keine Vorkosten, auch dann nicht, wenn die Bonität des Antragstellers unzureichend ist und somit keine Kreditvergabe möglich wird. Aufgrund dieser Tatsache können Sie also problemlos bei Banken oder Kreditvermittlungen Angebote anfordern bzw. Kreditanträge stellen.

Falls Sie sich unsicher sind, wer für Sie als Darlehensgeber infrage kommt, können Sie auch einen Kreditvergleich durchführen oder einen Kreditrechner nutzen, um entsprechend günstige und faire Kreditgeber zu ermitteln. Auch die Suche nach dem aktuellen Testsieger in diesem Bereich kann hilfreich sein, um eine kompetente Fremdfinanzierung zu erhalten.

Diese Regelungen gelten für alle Arten von Konsumentendarlehen

Egal ob Sie einen klassischen Ratenkredit wünschen, einen Immobilienkredit suchen oder von einem Sofortkredit Gebrauch machen möchten, die oben geschilderten gesetzlichen Regelungen gelten für alle Arten von Konsumentendarlehen. Allerdings gibt es keine gesetzlichen Vorgaben dafür, wie hoch die Zinsen sein dürfen, die der Kreditgeber verlangen darf, Zinswucher ausgenommen.

Deshalb sollten Sie vor einer übereilten Unterschrift auf einem Kreditvertrag, wie es oftmals dann vorkommt, wenn das Fremdkapital schnell benötigt wird, immer erst – wie bereits erwähnt – einen Kreditvergleichsrechner nutzen, der über das Internet schnell und kostenfrei verfügbar ist.