Die Lage der Weltwirtschaft im Jahr  2014

Schulden und Sparprogramme bleiben in der Weltwirtschaft 2014 ein Thema, doch insgesamt gehen Experten davon aus, dass sich der Nebel lichtet. Denn die Weltwirtschaft zeigt klare Zeichen für eine Erholung, und obwohl in Europa wieder ein kleines Wachstum zu verzeichnen ist, kann von einem richtigen Aufschwung jedoch noch nicht die Rede sein.

Die besonders einschneidende, schlimme Krisenphase scheint vorbei, die Krise selbst aber nicht. Es gibt durchaus ermutigende Zeichen, die auf eine Stabilisierung der Lage hindeuten, beispielsweise die Rückkehr von Irland an die Finanzmärkte.

Ökonomen vergleichen die Situation mit einem Langstreckenlauf, auch wenn man die Hälfte der Strecke hinter sich hat, liegt die zweite schwerere Hälfte noch vor einem.

Die Headlines sind also besser, gar keine Frage, wer aber einen Blick hinter die Kulissen wagt, wird erkennen, dass längst noch nicht alles wieder im Lot ist. Das Jahr 2014 wird für die Weltwirtschaft zweifellos besser, aber immer noch nicht richtig gut.

Ähnliche Prognosen wurden bereits auch für das Vorjahr erwartet, der Aufschwung hat sich jedoch weiter verzögert, denn die Prognosen wurden im Jahresverlauf immer wieder nach unten korrigiert. Immerhin stecken 9 Euroländer fest in der Rezession, Griechenland erlebt bereits das 6. Jahr des Rückgangs seiner Wirtschaftsleistungen mit allen damit verbundenen gesellschaftlichen Folgen.

Deshalb wird es für die Weltwirtschaft auch im Jahr 2014 nicht gerade einfach werden. Die Wirtschaftsleistung ging im Jahre 2013 um 0,4 Prozent zurück, der Internationale Währungsfonds erwartet für die Eurozone 2014 ein Wachstum von 1 Prozent.

Experten rechnen damit, dass alle Euroländer zulegen werden, mit Ausnahme von Slowenien und Zypern. Insgesamt gehen die aktuellen Prognosen davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahre 2014 um 3,6 Prozent wachsen wird. Ungewohnt ist, dass es diesesmal die Industrieländer sein werden, die den Aufschwung tragen.

Sehr gute Entwicklungen sind in den USA zu beobachten, die Wirtschaftsimpulse aus den Schwellenländern schwächen sich dagegen ab.

Der einstige Boom wie vor der Weltfinanzkrise will einfach nicht zurückkehren. Es wird erwartet, dass die Schwellenländer mit einem Zuwachs von etwa 5,1 Prozent rechnen können und damit deutlich rasanter zulegen als die Industrienationen. 2014 ist das weltweite Wachstum insgesamt also breiter aufgestellt.

Erstmals sind von keiner internationalen Institution Warnungen vor einer tiefen Rezession oder anderer Horrorszenarien zu hören. Dass ein guter Boden offenbar erreicht ist, zeigte sich schon bei den Krisen im Jahre 2013. Denn die Weltwirtschaft wurde eben nicht aus der Bahn geworfen, weder als Zypern fast pleiteging, noch als sich die USA nicht auf ein Anheben der Schuldengrenze einigen konnten.

Die weitere Entwicklung hängt davon ab, ob es Europa gelingen wird, unter den aktuellen Umständen weitere Reformen umzusetzen. Doch viele Experten fragen sich, woher das neue Wachstum eigentlich kommen soll, wenn alle sparen. Sicher wird ein Teil des Wachstums aus der Eurozone kommen.

Sobald die Stimmung in manchen Staaten besser wird, wird sich das aufgrund wirtschaftlicher Verwebungen auch auf andere übertragen. Es mehren sich die Zeichen für Normalität nach über vierjährigem Ausnahmezustand. Irland will sich wieder über die Märkte finanzieren und hat den Rettungsschirm als erstes Krisenland verlassen. Spanien will es Irland gleichtun und bei Exporten, Industrieproduktion und Unternehmensgründungen geht es auch in anderen Peripheriestaaten aufwärts.

Wenn Europa stabil bleibt, werden die USA 2014 weiter ins Blickfeld rücken, dort sinkt die Arbeitslosigkeit bei steigender Industrieproduktion. Die USA könnten also wieder zum Wirtschaftsanker werden, ein echter Wirtschaftsantrieb ist im Jahr 2014 wegen der hohen Staatsverschuldung aber nicht zu erwarten. Staaten wie Brasilien, Indien oder China sind heute weit besser aufgestellt als in Zeiten der Asienkrise.

China wird als stabil eingeschätzt, vorausgesetzt, dass es keine bösen Überraschungen bei Banken oder Immobilienblasen gibt. Auch Russland entwickelt sich gut, wovon wiederum exportierende Staaten, beispielsweise Österreich, profitieren. Die Chancen stehen also gut, dass es 2014 zu einer breiteren Erholung der Weltwirtschaft kommen wird. Es bleiben jedoch Restrisiken und viele Arbeitslose werden von der Erholung noch nichts zu spüren bekommen.