Die Schufa-Auskunft: Ratgeber zur Schufa von A-Z

Seit ihrer Gründung im Jahr 1927 zielen die Dienstleistungen der Schufa-Auskunft auf einen zweifachen Schutz ab: Einerseits sollen Kreditgeber vor Kreditausfällen geschützt werden. Andererseits sollen Kreditnehmer möglichst vor Überschuldung bewahrt werden.

Die Hauptaufgabe dieses Kreditbüros liegt darin, kreditrelevante Informationen über die Bonität potentieller Geschäftspartner und Privatkunden auf Anfrage zur Verfügung zu stellen. Lesen Sie in diesem Schufa-Ratgeber nun alles Wissenswerte über die bekannteste Auskunftei Deutschlands!

Inhaltsverzeichnis des Ratgebers:



1. Was ist die Schufa?


Schufa steht als Abkürzung für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Die Schufa ist zwar nicht das einzige deutsche Kreditbüro, jedoch jenes mit dem größten Datenbestand. Als solches speichert es Informationen über Unternehmen und Verbraucher.

Es handelt sich um keine staatliche Behörde, sondern um ein privatwirtschaftliches Unternehmen in Form einer Aktiengesellschaft. Auf Grund ihres großen Datenbestandes, welcher schufa-auskunftaktuell 728 Millionen Daten umfassen soll, genießt diese Wirtschaftsauskunftei einen hohen Stellenwert bei Banken und Wirtschaftstreibenden. Spätestens beim Kauf eines Handys oder bei der Eröffnung eines Girokontos macht jeder Konsument mit der Schufa Bekanntschaft.

Diese alltäglichen Vertragsabschlüsse werden datenmäßig erfasst und gespeichert. Zudem kommen die Vertragsbeziehungen meist nur dann zustande, wenn kein schlechter Schufa-Eintrag vorliegt. Das Kreditbüro bezieht seine Daten ausschließlich aus fremden Quellen. Im Gegensatz zu einer Detektei stellt es selbst keine Recherchen an.

2. Wer sind die Schufa-Vertragspartner und welche Auskünfte erhalten sie?


Genau genommen vermerkt die Schufa als Datensammelstelle die Informationen ihrer Vertragspartner und die Fakten der öffentlichen Gerichtsverzeichnisse.

Zu den Vertragspartnern zählen ungefähr 9.000 Unternehmen, welche ihrerseits Aktienanteile an der Wirtschaftsauskunftei halten. Es handelt sich hauptsächlich um Banken, Sparkassen, Handelsunternehmen, Leasingfirmen und Telekommunikationsunternehmen. Kreditvermittler gehören nicht dazu.Die Vertragspartner liefern nicht nur Informationen, sondern beziehen ihrerseits auch Daten von der Schufa. In der Regel stellen sie eine Anfrage. Die Schufa erteilt ihnen sodann eine A-Auskunft oder eine B-Auskunft, je nachdem ob es sich um einen A-Vertragspartner oder einen B-Vertragspartner handelt.

Banken und Sparkassen bekommen als A-Vertragspartner positive und negative Informationen über die eigene Branche. Sie erfahren beispielsweise, ob ein Verbraucher über ein Girokonto verfügt und eine Kreditkarte besitzt. Ebenso ist es ersichtlich, ob ein Kredit gekündigt wurde. Darüber hinaus beinhalten A-Auskünfte Negativfakten wie eingemahnte offene Rechnungen aus anderen Branchen. Allerdings enthalten sie keine Angaben darüber, gegenüber welchem Unternehmen die Zahlungsverpflichtung besteht.

Weniger weit reicht der Umfang der B-Auskünfte. Handelsunternehmen und Versandhandel werden als B-Vertragspartner informiert, wenn Verbraucher ihre Zahlungen nicht pünktlich beglichen haben. Sie wissen allerdings nicht, ob die Zahlungsstörungen aus der Bankenbranche, dem Versandhandel oder dem Handysektor stammen. Die Wirtschaftsauskunftei gibt keine namentliche Auskunft über die Unternehmen. Den Vertragspartnern steht es frei, neben diesen Auskünften auch den Scorewert anzufragen. In der Regel machen sie von dieser Möglichkeit Gebrauch.

3. Was versteht man unter der Schufa-Klausel?


Die Vertragspartner dürfen kundenbezogene Informationen nur dann der Schufa übermitteln, wenn Sie als Verbraucher darin eingewilligt haben. Ihr Einverständnis zur Datenweitergabe erteilen Sie, indem Sie der Schufa-Klausel zustimmen. Diese Einwilligungserklärung ist integraler Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) der Vertragspartner. So findet sich beispielsweise in jedem Kredit-, Handy- oder Kontoeröffnungsvertrag ein entsprechender Passus. Mit Unterzeichnung des Vertrages stimmen Sie damit auch der Schufa-Klausel zu.

Dadurch ermächtigen Sie die Vertragspartner, Daten zu Antrag, Abschluss und ordnungsgemäßem Verlauf der Vertragsbeziehung (z.B. rechtzeitige oder vorzeitige Rückzahlung) als Positivmerkmale an die Schufa weiterzuleiten. Weiterhin willigen Sie auch in die Weitergabe von Negativmerkmalen ein. Diese treten dann auf, wenn Sie Ihre Vertragspflichten nicht erfüllen und wenn gerichtliche Vollstreckungsmaßnahmen gegen Sie eingeleitet werden. Darunter fällt die Kreditkündigung durch die Bank, weil der Kreditnehmer mit mindestens zwei Kreditraten im Rückstand ist.

Wenn der Vertragspartner einen Mahnbescheid wegen einer unbestrittenen Forderung beantragt, wird dies ebenso als Negativmerkmal gewertet wie die Kündigung eines Kontos oder einer Kreditkarte wegen missbräuchlicher Nutzung. Sofern es sich um die Übermittlung solcher Positiv- und Negativvermerke handelt, befreien Sie durch Ihre Einverständniserklärung das betreffende Kreditinstitut vom Bankgeheimnis.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes dürfen Kreditinstitute die Daten nur dann an die Wirtschaftsauskunftei weiterleiten, wenn eine Interessensabwägung durchgeführt wird. Zudem muss das verwendete Kreditinformationssystem sicherstellen, dass die erfassten Daten die Bonität weitgehend vollständig und aktuell darstellen.

Grundsätzlich trifft Sie keine Verpflichtung, die Schufa-Klausel zu unterzeichnen. Allerdings riskieren Sie mit Ihrer Verweigerung den Vertragsabschluss. Vertragspartner sind in der Regel nicht bereit, Ihnen den Kredit zu genehmigen oder den Handyvertrag zu geben, sofern Sie der Klausel nicht zustimmen. Wenn Sie ein Konto eröffnen möchten, kann dies dazu führen, dass Sie auf bestimmte Kontoleistungen wie Überziehungsrahmen oder EC-Karte verzichten müssen.

4. Was ist bei Krediten ohne Schufa-Klausel und ohne Schufa-Auskunft zu beachten?


Kreditinstitute gewähren keine Kredite ohne Schufa-Klausel und ohne Schufa-Auskunft, weil sie Schufa-Vertragspartner sind. Das bedeutet, dass Sie bei der Kreditvergabe der Datenweitergabe an die Wirtschaftsauskunftei zustimmen müssen, um die Kreditsumme zu erhalten. Des Weiteren holt das Kreditinstitut eine Bonitäts-Auskunft ein und gewinnt damit Einblick in Ihre kreditrelevanten Daten. Je nachdem ob es sich um Positiv- oder Negativvermerke handelt, wirkt sich dies entweder positiv oder nachteilig auf Ihre Kreditchancen aus.

Kredite ohne Beteiligung der Schufa werden nur von privaten Kreditgebern vergeben, welche nicht Vertragspartner der Wirtschaftsauskunftei sind. Hierbei handelt es sich meist um Investoren, welche ihr Kapital in Privatkrediten anlegen. Neben dem Geldleihen unter Familienangehörigen oder Freunden finden diese Kredite auch unter fremden Privatpersonen statt, welche über Internetplattformen miteinander in Kontakt treten.

Zusätzlich vermitteln Kreditvermittler Kredite ohne Schufa-Auskunft. In diesem Sektor sollten Sie darauf achten, nicht unseriöse Angebote im Internet oder in Zeitungen anzunehmen. Solche Kredite können Ihnen teuer zu stehen kommen, weil sie oftmals mit hohen Zinsen sowie mit kostspieligen Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren verbunden sind. Dennoch ist es möglich einen Kredit ohne Schufa abzuschließen, wenn Sie auf die Seriosität des Geldgebers achten.

5. Was ist der Schufa-Score?


Die Schufa speichert die erhaltenen Daten nicht nur ab. Sie wertet sie vielmehr in Form eines Scoring-Verfahrens aus und berechnet sogenannte Scores (Scorewerte), welche die Kreditwürdigkeit abbilden sollen.

Nicht jede datenmäßig erfasste Person erhält einen Score. Wenn zu Ihrer Person kein Scorewert vorliegt, ist dies nicht unbedingt als positives Zeichen zu werten.

Der Grund für den fehlenden Bonitätswert kann vielmehr darin liegen, dass Sie mit Negativmerkmalen vermerkt sind. Für Personen mit Negativeinträgen ermittelt die Schufa in der Regel keinen Scorewert. Sie gelten als nicht kreditwürdig.

Der Schufa-Score prognostiziert die statistische Wahrscheinlichkeit, mit welcher die betreffende Person die Zahlungsverpflichtungen ordnungsgemäß erfüllt. Er wird in Form eines prozentuellen Wertes zwischen 1 und 100 angegeben. Je höher der Score ausfällt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer den Kredit vertragskonform zurückbezahlt. Die Wirtschaftsauskunftei berechnet diesen Wert anhand einer speziellen Berechnungsformel mit computergestützten Verfahren.

Im Rahmen ihrer Berechnung verwendet sie die gespeicherten Daten wie Anzahl und Art der Kreditgeschäfte und verletzte Zahlungsverpflichtungen. Sogenannte Geodaten (z.B. Anschrift, Wohngegend) verwertet die Schufa laut eigenen Angaben nur im Ausnahmefall, das heißt in 0,3 Prozent der Fälle. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn ein Vertragspartner den Scorewert einer Person anfragt, zu welcher die Wirtschaftsauskunftei nur die Adressdaten gespeichert hat.

Für Privatpersonen ist der Basisscore interessant, welchen die Schufa alle drei Monate neu berechnet. Als Verbraucher können Sie ihn einmal jährlich durch Anfordern Ihrer Eigenauskunft kostenlos erfragen. Er dient Ihnen lediglich als Orientierungswert, um Ihre Kreditwürdigkeit einzuschätzen. Die Wirtschaftsauskunftei stellt diesen Schufa-Basisscore nur dem jeweiligen Verbraucher zur Verfügung, nicht jedoch den Unternehmen.

Je nach Rechenergebnis erhalten Sie einen Wert zwischen 1 und 100 Prozent. Scorewerte über 97,5 Prozent prognostizieren eine sehr hohe Erfüllungswahrscheinlichkeit. Umgekehrt ist in diesem Fall das Ausfallrisiko für den Kreditgeber sehr gering. Wenn der Score unter 50 Prozent liegt, stuft die Schufa das Risiko als sehr kritisch ein.

Neben diesem branchenunabhängigen Basisscore gibt es spezielle Branchenscores. Die Schufa kann zu einer Person verschiedene Scorewerte berechnen, weil sich die Anforderungen an die Bonität je nach Branche unterscheiden. Wenn Sie beispielsweise ein langfristiges Darlehen für Ihren Hausbau abschließen, sind die Maßstäbe für Ihre Kreditwürdigkeit hoch. Für den Ratenkauf einer Waschmaschine genügen hingegen geringere Anforderungen. Um diesen Unterschieden Rechnung zu tragen, ermittelt die Schufa spezifische Branchenscores für Banken, Versandhandel, Telekommunikation etc.

Diese branchenspezifischen Prognosewerte stellt sie ihren Vertragspartnern zur Verfügung. Als Verbraucher erfahren Sie Ihre aktuellen Scorewerte, indem Sie Ihre Selbstauskunft beantragen. Die Vertragspartner nutzen diese Scorewerte bei ihrer Entscheidung über den Vertragsabschluss und bei der Auswahl der angebotenen Konditionen. Allerdings stellt der jeweilige Schufa-Score keineswegs die alleinige Entscheidungsgrundlage dar. Neben den Scores der Wirtschaftsauskunftei berechnen viele Unternehmen eigene Werte mit selbst entwickelten Scoring-Verfahren.

Nicht selten erntet die Schufa Kritik für ihre Vorgehensweise. Nach Rechtsprechung des BGH darf die Schufa das genaue Berechnungsverfahren geheim halten. Für Außenstehende ist es daher nicht ersichtlich, welche Rechengrößen im Einzelnen in die Berechnung einfließen und wie die Einzelfaktoren untereinander gewichtet werden. Sie können die Schufa davon abhalten, Ihre Scorewerte zu berechnen und an Vertragspartner weiterzugeben, indem Sie schriftlichen Widerspruch einlegen. Allerdings ist dies nicht ratsam, weil ein fehlender Scorewert Ihre Kreditchancen schmälern kann.

Als Verbraucher sollten Sie bedenken, dass in die Scores weitere Faktoren wie ein gesichertes Einkommen oder vorhandene Vermögenswerte einfließe, um Ihre Kreditwürdigkeit zu beurteilen. Der Score eine Person ist aber nicht statisch, sondern verändert sich immer wieder. Daher lässt sich auch mit einfachen Tipps der Schufa-Score verbessern.

6. In welche Daten hat die Schufa keinen Einblick?


Die Wirtschaftsauskunftei hat keine Kenntnis über Ihren Beruf. Dies gilt auch für Familienstand, Religionsbekenntnis und Nationalität. Ebenso wenig besitzt die Schufa Daten zu Ihrer Einkommenssituation und zu Ihren Vermögenswerten. Einkommen und Vermögen sind wichtige Größen, wenn es darum geht; Ihre Zahlungsfähigkeit zu beurteilen. Kreditgeber setzen diese beiden Faktoren ein, um die Bonität eines Kreditwerbers zu überprüfen.

Als Kreditnehmer müssen Sie Ihre Einkommens- und Vermögenssituation meist gesondert nachweisen, weil die Wirtschaftsauskunftei diesbezüglich keine Informationen an die Vertragspartner weitergeben kann. Nach eigenen Aussagen verwendet die Schufa keine Informationen aus sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter etc.

7. Welche Informationen speichert die Schufa?


Die Schufa speichert allgemeine Daten zu Ihrer Person und zu Ihrem Zahlungsverhalten. Neben Namen und Geburtsdatum werden die aktuelle Adresse und gegebenenfalls auch frühere Anschriften erfasst.

Basierend auf den Informationen der Vertragspartner finden sich Angaben zu Bank- und Versandhandelskonten, Kreditkarten, Krediten, Bürgschaften, Mobilfunkverträgen und Ratengeschäften im Datenbestand. In diesem Bereich wird nicht nur das bestehende Vertragsverhältnis selbst vermerkt, sondern auch damit zusammenhängende Zahlungsstörungen und Kündigungen.

Wenn Sie einen Kredit abschließen, werden Laufzeit, Kreditbetrag und Ratenbeginn ebenso erfasst wie eine vorzeitige Kündigung durch die Bank. Kreditinstitute melden nicht nur den Kreditabschluss selbst, sondern auch einen gestellten Kreditantrag. In gleicher Weise werden eingezogene Kreditkarten und gekündigte Girokonten gespeichert.

Die Schufa verwertet zusätzlich Fakten aus dem gerichtlichen Vollstreckungsbereich. Dies betrifft die Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung (EV) und einen erlassenen Haftbefehl zur Abgabe der EV. Ebenso legt die Wirtschaftsauskunftei einen Negativvermerk an, wenn ein Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse abgewiesen wird. Diese Daten entnimmt sie den gerichtlichen Schuldnerverzeichnissen und den öffentlichen Bekanntmachungen der Insolvenzgerichte.

8. Wann muss die Schufa die gespeicherten Daten löschen?


Die Schufa speichert die erfassten Daten für einen gewissen Zeitraum. Je nach Art der gespeicherten Daten gelten unterschiedliche Speicherfristen:
  • Anfragen für einen Vertragsabschluss (z.B. Kredit, Eröffnung eines Girokontos) werden zwölf Monate gespeichert. Allerdings werden sie nur in den ersten zehn Tagen der Speicherfrist an die Vertragspartner übermittelt.
  • Erfolgreich abgewickelte Kredite werden mit dem Ende des dritten Kalenderjahres nach dem Jahr der vollständigen Kredittilgung gelöscht.
  • Girokonten und Kreditkarten sind sofort bei Auflösung des Kontos zu löschen.
  • Bei der Verletzung von Zahlungsverpflichtungen kommt eine dreijährige Speicherfrist zur Anwendung, sofern Sie die Forderung beglichen haben.
  • Gerichtliche Vollstreckungsdaten werden ebenfalls nach drei Jahren gelöscht, falls Sie keine vorzeitige Löschung beantragen.
  • Bürgschaften werden aus der Datenbank entfernt, sobald der Kredit getilgt ist.

Es liegt an der Schufa, die gespeicherten Informationen nach Fristende zu löschen. Sie müssen daher die Löschung nicht gesondert beantragen. Allerdings ist es nicht auszuschließen, dass veraltete Daten nach Ablauf der Speicherfrist im Datenbestand verbleiben. Daher sollten Sie in regelmäßigen Abständen eine Selbstauskunft anfordern, um zu überprüfen, ob die Wirtschaftsauskunftei alle Daten ordnungsgemäß aus ihrer Datenbank entfernt hat.

9. Gibt es eine Möglichkeit, die gespeicherten Daten abzufragen?


Die Schufa bietet Privatpersonen unterschiedliche Auskünfte an, welche einen Einblick in die gespeicherten Daten ermöglichen. Als Verbraucher können Sie einmal jährlich eine kostenlose Eigenauskunft nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) beantragen. Zusätzlich steht es Ihnen frei, gegen Gebühr Auskünfte zu beanspruchen. Neben der gebührenpflichtigen Schufa-Bonitätsauskunft sind verschiedene kostenpflichtige Online-Auskünfte verfügbar.

10. Wie kann man eine kostenlose Selbstauskunft beantragen?


Das Ihnen zustehende Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft nach § 34 BDSG sollten Sie jedenfalls in Anspruch nehmen. Damit haben Sie die Möglichkeit, zu prüfen, ob die ausgewiesenen Daten inhaltlich richtig und aktuell sind. Das entsprechende Formular finden Sie auf der Homepage der Schufa unter www.schufa.de mit der Bezeichnung „Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz“.

Achten Sie darauf, dass Sie nicht irrtümlich eine der ebenfalls angeführten kostenpflichtigen Auskünfte beantragen. Senden Sie das ausgefüllte und unterschriebene Formular zusammen mit einer Kopie Ihres Personalausweises (oder Ihres Reisepasses inklusive Meldebescheinigung) an:

SCHUFA Holding AG
Privatkunden ServiceCenter
Postfach 10 34 41
50474 Köln

11. Was ist bei der Weitergabe einer Selbstauskunft an Dritte wie Vermieter zu beachten?


Viele Vermieter verlangen eine Schufa-Selbstauskunft, bevor sie den Mietvertrag zur Unterzeichnung vorlegen. Als betroffener Mietinteressent sollten Sie bedenken, dass die kostenlose Datenübersicht nach § 34 BDSG in erster Linie zu Ihrer persönlichen Kenntnisnahme dient. Da Sie vertrauliche Informationen wie Ihre Bankdaten ausweist, sollten Sie dieses Dokument nicht unbearbeitet an Dritte weitergeben. Machen Sie die vertraulichen Informationen unkenntlich, ehe Sie Ihre Selbstauskunft dem Vermieter übergeben, um eine missbräuchliche Verwendung Ihrer Daten zu verhindern.

12. Welche Schritte sind zu setzen, falls unrichtige Daten vorliegen?


Die Schufa prüft nicht, ob die erfassten Daten inhaltlich richtig sind. Wenn Sie in Ihrer Datenübersicht fehlerhafte oder veraltete Daten finden, müssen Sie daher selbst die Initiative ergreifen, um nachteilige Auswirkungen zu verhindern.

Sie können Ihr Anliegen direkt an die zuständige Privatkundenservicestelle der Schufa richten, um die Löschung, Sperrung und Berichtigung der falschen Daten zu beantragen (§§ 33ff BDSG). Die Daten werden gegebenenfalls bis zur endgültigen Bereinigung des Sachverhaltes gesperrt, falls die Schufa den Fall nicht in einer angemessenen Frist klären kann.

Sofern der Eintrag von einem Vertragspartner stammt, ist es sinnvoll, sich direkt an dieses Unternehmen zu wenden. Den Vertragspartner trifft nämlich die Verpflichtung, den fehlerhaften Vermerk bei der Schufa zu widerrufen. Zudem haftet er für allfällige Schäden.

Sie sollten Ihrem Schreiben jene Unterlagen in Kopie beilegen, welche die Unrichtigkeit der gespeicherten Daten nachweisen.Musterbriefe erleichtern es Ihnen, Ihr Anliegen in Worte zu fassen. Wenn Sie nachweisen können, dass die Daten inkorrekt sind oder unzulässig gespeichert wurden, veranlasst die Schufa deren Berichtigung oder Löschung. Um sich abzusichern, sollten Sie die Wirtschaftsauskunftei ersuchen, Ihnen eine berichtige Version Ihrer Selbstauskunft zu übermitteln.

13. Was kann man unternehmen, wenn der Vertragspartner die inkorrekten Daten nicht widerruft oder die Schufa die unrichtigen Einträge nicht löscht?


Bevor Sie sich für den Gang zu einem Rechtsanwalt entscheiden, können Sie sich an den Ombudsmann der Schufa wenden. Es handelt sich um eine externe Schlichtungsstelle, welche sich dem Schutz der Verbraucher verschreibt. Der Ombudsmann klärt strittige Sachverhalte, welche mit den bei der Schufa gespeicherten Daten zusammenhängen.

Sie können den Ombudsmann jedoch erst anrufen, nachdem Sie sich um eine Klärung Ihres Anliegens mit dem Privatkundenservice der Schufa bemüht haben. Das Ombudsmann-Verfahren ist kostenlos und unbürokratisch. Sie leiten das Verfahren ein, indem Sie sich in einem Schreiben an den Ombudsmann wenden und ihm Ihren Fall schildern. Ergänzend müssen Sie die Kopien aller erforderlichen Unterlagen vorlegen. Ihr Schreiben senden Sie mit einer Sachverhaltsdarstellung und den Kopien an:

Schufa Ombudsmann
Postfach 5280
65042 Wiesbaden

Der Ombudsmann ist unabhängig und nicht an die Weisungen der Schufa gebunden. Damit kann er Ihr Anliegen objektiv und neutral prüfen, ehe er einen Schlichtungsvorschlag unterbreitet. Wenn Sie mit Ihrer Beschwerde erfolgreich sind, kann der Ombudsmann beispielsweise die Berichtigung oder Löschung der besagten Daten veranlassen. Dieses Schlichtungsverfahren stellt eine kostenlose Alternative zu einem Gerichtsverfahren dar und setzt keine anwaltliche Vertretung voraus.

Alternativ können Sie einen Rechtsanwalt beauftragen, um eine außergerichtliche Einigung anzustreben oder gerichtliche Schritte einzuleiten. Ihr Rechtsbeistand prüft auch, ob Sie etwaige Schadenersatzansprüche wegen der Falscheinträge geltend machen können.