Tagesgeld – kommt Bewegung in die Zinsen?

Sparer wünschen sich nichts mehr, als dass es endlich wieder zu einem Anstieg bei den Tagesgeldzinsen kommt. Wie sind die Chancen? Für Kreditnehmer herrschen nach wie vor paradiesische Zustände, auf den Sparkonten wird das Geld aber immer weniger. Die schwächeren Angebote unter den Tagesgeldern verzinsen so niedrig, dass der Ertrag unter der ebenfalls niedrigen Inflationsrate liegt. Welche Chancen haben Sparer, dass es zu einer Änderung kommt?

Keine Veränderung in der EZB-Politik


Bislang sind keine Tendenzen zu erkennen, dass Mario Draghi und seine Kollegen vom Zentralbankrat an ihrer Politik des lockeren Geldes Änderungen vornehmen. Damit sind die Chancen für Sparer zunächst einmal schlecht, dass es beim Tagesgeld zu einem Anstieg kommen könnte. Dennoch gibt es ein kleines aber. Die US-Notenbank hatte, analog zur EZB, ebenfalls Staatsanleihen aufgekauft, um auf diese Art Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Dieses Ankaufprogramm wurde jedoch aufgrund positiver Arbeitsmarktdaten vorzeitig beendet, es zeigte schneller Erfolg als gedacht.

Die geplante Zinserhöhung noch im Jahr 2015 wird vom Internationalen Währungsfonds jedoch mit Skepsis gesehen. Dieser rät dazu, die Erhöhung auf 2016 zu verschieben. Auch wenn es für den US-Sektor vertretbar wäre, würde der Abstand zu den Zinsen in der Euro-Zone zu groß werden, die globalen Auswirkungen einer Zinserhöhung wären zu groß. Dennoch, eine Anpassung der US-Zinsen steht im Raum. Darüber hinaus ist hierzulande ein leichter Anstieg der Hypothekenzinsen im zweiten Quartal 2015, unabhängig von der EZB-Politik zu verzeichnen. Dies könnte ein erstes Anzeichen dafür sein, dass zumindest mittelfristig Bewegung in die Zinslandschaft kommt, losgelöst von den Entscheidungen des Zentralbankrates.

Welche Optionen bleiben den Sparern?


Tagesgeldkonten sind so schnell geschlossen, wie sie eröffnet wurden. Sparern bleibt nur, sich kontinuierlich über Vergleichsportale,  bezüglich der besten Angebote auf dem Laufenden zu halten, und immer das jeweils beste Angebot zu nutzen. Nach wie vor finden sich Banken, welche Neukunden mit einem Bonuszins belohnen. Um diesen Bonuszins optimal zu nutzen, empfiehlt es sich, nach Ablauf der Zinsbindung zur nächsten Bank zu wechseln und dabei die Geschäftsverbindung komplett aufzulösen.

Hintergrund ist, dass als Neukunde gilt, wer in den letzten sechs oder zwölf Monaten kein Konto unterhalten hatte. Damit sichert sich ein Anleger die Option, besonders gute Angebote mehrfach in Anspruch nehmen zu können. Tagesgeldhopping hat sich inzwischen zu einer recht beliebten Sportart unter den Anlegern entwickelt. Es ist nicht jedermanns Sache, trotz positiver Entwicklungen an den Börsen, in Aktien zu investieren. Anleihen erster Bonität rentieren aktuell nicht viel besser als Tagesgelder, sind bei Neuauflagen mit höheren Zinsen jedoch Kursverlusten ausgesetzt.