Der Euro - die europäische Gemeinschaftswährung

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs streben die westlichen europäischen Länder nach einem friedlichen und vereinten Europa. Das Ziel wird am 23. Mai 1949 in der Präambel im Grundgesetz der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland verankert.

Am 18. April 1951 gründen sechs europäische Staaten in Paris die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, die Montanunion. Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande legen den Grundstein für die spätere Einführung einer gemeinsamen europäischen Gemeinschaftswährung im Jahr 2002 - den Euro.

Am 25. März 1957 werden in Rom die Verträge für ein gemeinsames Europa unterzeichnet. Die neue Europäische Wirtschaftsgemeinschaft verfolgt das Ziel eines gemeinsamen Marktes mit überstaatlichen Souveränitätsrechten. Ein freier Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr und eine gemeinsame Wettbewerbs-, Agrar-, Verkehrs- und Wirtschaftspolitik sollen neben die Europäische Atomgemeinschaft - die Euratom - das politische Gewicht in Europa stärken.

Die Beseitigung von Handelshemmnissen durch den Abbau der Zölle im Jahr 1959, die Aufhebung der mengenmäßigen Importbeschränkungen im Jahr 1968 sowie die grenzüberschreitende Wanderung der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital ist es zu verdanken, dass der Wohlstand in den westlichen europäischen Staaten stetig zugenommen hat.

Die Vereinigten Staaten von Europa


1972 wird auf der Pariser Gipfelkonferenz der Begriff der Vereinigten Staaten von Europa geprägt. Die politische Union mit den sechs Gründerstaaten streben eine gemeinsame Wirtschafts-, Währungs-, Steuer-, Sozial- und Umweltpolitik an. Unter der Beachtung des Subsidiaritätsprinzips soll das Gemeinschaftsinteresse auf Dauer gefestigt werden.

Seit den neunziger Jahren befindet sich Europa in einem weiteren Prozess eines historischen Umbruchs. Die deutsche Wiedervereinigung, die Auflösung der ehemaligen Sowjetunion, der Zerfall Jugoslawiens in kleine Völkerstaaten und die Öffnung der Märkte nach Mittel- und Osteuropa stellt Europa vor neue Aufgaben und neue wirtschaftliche, soziale und politische Herausforderungen.

Zu diesem Zeitpunkt ist die Europäische Gemeinschaft zu einem Freiheits- und Wohlstandsmodell auf der ganzen Welt geworden. Neue sich bildende Demokratien in Mittel- und Osteuropa sind bestrebt, Mitglied in der Europäischen Union zu werden.

Am 1. November 1993 gründen zwölf Staaten der Europäischen Gemeinschaft mit dem Inkrafttreten des Maastrichter Vertrages die Europäische Union. Zusammen mit Dänemark, Großbritannien, Irland (1973), Griechenland (1981), Portugal und Spanien (1986) will die gewachsene Europäische Gemeinschaft künftig mehr Wohlstand und soziale Sicherheit für alle Bürger in den Mitgliedsstaaten bringen.

Mit der Einführung einer gemeinsamen einheitlichen europäischen Währung im Jahr 2002 hat sich der Grundgedanke einer europäischen Völkergemeinschaft endgültig manifestiert.

Die Einführung der Wirtschafts- und Währungsunion stellt auf eine stabilitätsorientierte Wirtschafts- und Finanzpolitik, auf eine unabhängige einheitliche Geldpolitik und auf eine gemeinsame Europäische Zentralbank ab. Die Einhaltung von festgelegten Konvergenzkriterien werden in der Zukunft die Leitbilder für andere Länder mit dem Eintrittswunsch in die Europäische Union. Diese sind ein stabiles Preisniveau, ein gesunder Staatsfinanzhaushalt, eine stabile Währung und eine wirtschaftliche Konvergenz.

Der gewachsene Staatenverbund in der Europäischen Union mit heute achtundzwanzig Mitgliedstaaten und über fünfhundert Millionen Einwohnern hat sich binnen sechs Jahrzehnte zu einer handlungsfähigen Gemeinschaft mit einem direkt gewählten Parlament weiter entwickelt. Davon haben derzeit achtzehn Staaten die Euro-Währung als Zahlungsmittel.

Mit den weiteren europäischen Beitrittsländern Finnland, Österreich, Schweden (1995), Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern (2004), Bulgarien, Rumänien (2007) und Kroatien (2013) ist eine neue Stufe im europäischen Einigungsprozess erreicht.

Die europäische Stabilitätsgemeinschaft ist eine föderalistische Wirtschaftsordnung mit unterschiedlichen Mentalitäten und Staatsformen. In dem Bündnis von unterschiedlichen Interessen und Nationalitäten unterstützt die politische Union wirtschaftlich schwache Länder mit vier Strukturfonds:
  1. der europäische Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft
  2. der europäische Regionalfonds zur Finanzierung regionalpolitischer Strukturbeihilfen
  3. der Europäische Sozialfonds für die Verwirklichung der Sozialpolitik
  4. der Kohäsionsfonds zur Unterstützung der ärmeren Mitgliedsstaaten in den Bereichen Umweltschutz und transeuropäische Netze.

Ausblick und Fazit:


Die im Jahr 2009 ausgelöste Euro-Krise aufgrund einer hohen Staatsverschuldung in den vorrangig wirtschaftsschwachen Euro-Ländern wie Griechenland, Italien, Spanien und Portugal, wird wie in allen politischen Umbrüchen in der Vergangenheit überwunden werden. Die stabile Euro-Währung beweist, dass die Europäische Union ein Zukunftsmodell für eine freie soziale Marktwirtschaft bleiben wird.