Kredit: mit diesen Optionen realisieren Sie Ihren Kreditwunsch

Unter einem Kredit ist allgemein die Überlassung von Geld zu verstehen, deren Dauer und Bedingungen in einem sogenannten Kreditvertrag geregelt sind. Kredite werden in der Regel von gewerblichen Kreditgebern vergeben. Es finden sich aber auch nicht gewerbliche Darlehensgeber, die zu bestimmten Konditionen einen Kredit von privat gewähren.
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1. Kredit ganz grundsätzlich

Aus finanzrechtlicher Sicht zählt der Kredit zu den Formen der Fremdfinanzierung, da es sich bei der überlassenen Kreditsumme um Fremdkapital handelt. Während Unternehmen für die Anschaffung von Betriebsmitteln und um Investitionen zu tätigen, einen Kredit aufnehmen, finanzieren sich Privathaushalte meist den Bau bzw. Kauf eines Eigenheims, eine Hausrenovierung oder ein Auto mit Hilfe eines Kredits.

2. Was für Kredite gibt es?

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Krediten, die nach unterschiedlichen Kriterien unterschieden werden.

Hier einige Varianten in der Übersicht:

Über den Aspekt der Fristigkeit werde kurzfristige Kredite von mittel- und langfristigen abgegrenzt. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind der Kreditzweck und die Kreditart.

2.1 Fristigkeit von Krediten – kurz-, mittel- und langfristig

Kreditsummen werden immer mit einer zeitlichen Befristung zur Verfügung gestellt. Die Kreditlaufzeit bezeichnet dabei eine festgelegte Zeitspanne, in welcher der Kreditnehmer den ausgeliehenen Betrag mitsamt Zinsen zurückzuzahlen hat. Die Laufzeit eines Kredits ist in erster Linie vom Kreditzweck abhängig.

  • kurzfristige Kredite haben meist eine Laufzeit unter einem Jahr
  • für mittelfristige Kredite gelten Laufzeiten von 1 bis zu 4 Jahren
  • langfristige Kredite laufen mind. 4 Jahre

Geht es um ein Wohnbaudarlehen, liegen die Laufzeiten meist zwischen 15 und 25 Jahren, da es sich definitionsgemäß um einen langfristigen Kredit. Bei Baufinanzierungen besteht aber auch die Möglichkeit, eine Frist bis zu 40 Jahren zu vereinbaren.

2.2 Zweckgebundene und zweckfreie Kredite

Grundsätzlich differenziert das Bankwesen zwischen zweckgebundenen und zweckfreien Krediten.

a) zweckgebundene Kredite – Gebrauchszweck genau einhalten!

An welchen Zweck die Darlehenssumme gebunden ist, lässt sich dem Kreditvertrag entnehmen. In der Regel ist die Zweckbindung aber auch schon an der Bezeichnung der jeweiligen Kreditform enthalten, wie zum Beispiel bei einem Immobiliendarlehen.

b) zweckfreie Kredite – das Allzweckdarlehen

Im Vergleich dazu können zweckfreie Kredite für beliebige Investitionen genutzt werden, da sie nicht an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden sind. Hier ist zum Beispiel der Ratenkredit einzuordnen, eine der gängigsten Kreditarten: Die geliehene Geldsumme wird auf einmal ausbezahlt und mit regelmäßigen Teilbeträgen getilgt, wobei auch Zinsen mit einberechnet werden.

Banken unterscheiden dabei zwischen Verbraucherdarlehen für Privathaushalte (auch Konsumkredit) und Produktivkrediten für Gewerbetreibende und Selbständige. Kleinkredite unterscheiden sich nur durch ihren geringen Darlehensbetrag von herkömmlichen Ratenkrediten.

2.3 Kreditvolumen – je nach Kreditform unterschiedliche Kreditbeträge

Mit diesem Begriff wird die gewährte Darlehenssumme für einen Kredit bezeichnet. Das Kreditvolumen hängt immer von der gewählten Kreditform ab: Für einen Kleinkredit wird beispielsweise ein durchschnittliches Kreditvolumen von 500 bis 5000 Euro gewährt. Andere Ratenkredite können ein Kreditvolumen von bis zu 75.000 Euro aufweisen.

2.4 Kreditrahmen – was ist eine Kreditlinie?

Ob Kreditlinie, Kreditfazilität oder Kreditrahmen – sie alle bezeichnen im Bankwesen den Maximalbetrag, den ein Kreditnehmer bei einem Kredit ausschöpfen kann. Der Kreditrahmen wird jedoch in diverse Formen differenziert in einen Kredit mit Kreditlinie, ein Darlehen mit fixer Kreditsumme, einen Kreditrahmen beim Dispokredit fürs Girokonto (Kontokorrentkonto), einen Rahmenkredit und eine Kreditfazilität für die Kreditkarte.

Je nach Kredit wird also nicht ein festgelegter Darlehensbetrag ausbezahlt, sondern dem Kunden ein limitierter Verfügungsrahmen gewährt. Diese Kreditart wird als sogenannter Kontokorrentkredit bezeichnet, mit dessen Hilfe meist kleine finanzielle Engpässe überbrückt werden sollen.

Der Vorteil liegt in der Flexibilität, da der Kreditnehmer selbständig entscheiden kann, wann er welche Beträge ausleiht. Zudem kann er auch bestimmen, ob er die Rückzahlung in Teilbeträgen oder in einer einzigen Summe vornimmt. Kontokorrentkredite sind kurzfristige Darlehen, da die jeweilige Bank jederzeit eine Rückzahlung einfordern kann.

Geläufiger ist diese Kreditart unter dem Namen Dispokredit, wenn Privatpersonen ihn beantragen. Nutzen Unternehmen einen Kontokorrentkredit zur Finanzierung betrieblicher Tätigkeiten, ist von einem Betriebskredit die Rede. Rahmenkredite unterscheiden sich davon durch niedrigere Zinssätze und ihre kostenfreie Verfügbarkeit, sind aber nur für kurzfristige Darlehen mit einer Laufzeit unter einem Jahr geeignet. Ein Überziehungsrahmen macht auch bei Kreditkarten Sinn, um nicht in die Schuldenfalle zu geraten.

All diese Kreditformen werden nur dann unbefristet zur Verfügung gestellt, solange sich die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers mit dem festgelegten Limit vereinbaren lässt. Dabei handelt es sich meist um revolvierende Kredite, die flexibel und je nach wirtschaftlicher Lage des Kreditnehmers zum Teil getilgt werden und anschließend wieder bis zum Limit ausgeschöpft werden können.

2.5 Kreditnehmer und Kreditgeber

Wird ein Kreditvertrag abgeschlossen, sind immer 2 Parteien beteiligt: der Kreditgeber und der Kreditnehmer. Dabei ist der Kreditgeber die Person oder das Unternehmen, welches die Darlehenssumme bereitstellt. Die Rolle des Kreditnehmers übernehmen in der Regel Banken oder Sparkassen.

Als Kreditnehmer wird wiederum derjenige bezeichnet, der das Geld in Anspruch nimmt und innerhalb einer festgelegten Zeit zu tilgen hat. Bei den Kreditnehmern wird zwischen Privatpersonen und Unternehmen unterschieden, weshalb die Kreditformen sinngemäß als Verbraucherdarlehen bzw. Konsumentenkredite für private Haushalte oder Produktivkredite für Unternehmen betitelt werden. In diesem Rahmen werden für bestimmte Personengruppen spezielle Kreditformen angeboten und auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten. Zum Beispiel ist ein Beamtenkredit exakt auf die den Bedürfnissen von Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst hin optimiert.

2.6 Kredit und Sicherheiten

Teilweise ist die Vergabe von Krediten an die Bedingungen geknüpft, Sicherheiten für den Kreditgeber bereitzustellen. Diesen Umstand nennt man Kreditsicherung, Kreditabsicherung oder Kreditsicherheit. Das Ganze dient zur Absicherung des Gläubigers vor einem Kreditrisiko: sollte der Kreditnehmer bzw. der Schuldner, die Kredit-Tilgung oder die Zinsen nicht mehr begleichen oder nur zum Teil zurückzahlen können, ist der Kreditgeber durch die Kreditsicherheit vor herben wirtschaftlichen Verlusten geschützt.

Was zur Kreditabsicherung dient, hängt im Wesentlichen von den Vermögensverhältnissen des Kreditnehmers ab. So kann die Verpfändung der nächsten Lohnzahlung bei kleinen Kreditbeträgen als Absicherung fungieren. Doch auch Wertgegenstände wie Sparbücher und Wertpapiere, Schmuck oder Antiquitäten können als Sicherheit bei der Bank hinterlegt werden. Darüber hinaus dürfen Kreditinstitute vom Schuldiger verlangen, eine Ablebensversicherung oder Restschuldversicherung (KRSV) abzuschließen, um die Kreditkosten gegen Risiken wie Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Tod des Kreditnehmers abzusichern. Alternativ kann auch eine bestehende Lebensversicherung gepfändet werden.

Zu den gängigsten Kreditabsicherungen zählt die Hypothek, die das Pfandrecht an einer Immobilie auf die Bank überträgt. Auch mit Bürgschaften können sich Kreditinstitute gegen Zahlungsausfälle es Kreditnehmers absichern. Kommt der Schuldner seiner Zahlungspflicht nicht nach, hat der Gläubiger im Rahmen der Kreditabsicherung das Recht, die Sachgegenstände entsprechend zu verwerten (Sachsicherheiten). Ist eine Bürgschaft im Spiel (Personensicherheiten), wird der eingetragene Bürge zur Zahlung aufgefordert.

3. Von der Kreditvergabe bis zur vorzeitigen Kündigung

Ein Kreditantrag wird natürlich nur dann angenommen, wenn alle erforderlichen Daten über den Kreditnehmer geprüft sind. Daher kontrollieren Kreditinstitute in der Regel die Kreditwürdigkeit des Antragstellers. Der Kreditnehmer selbst ist wiederum dazu angehalten, die Kreditkonditionen, die Kreditzinsen, die Tilgungsform und Zusatzvereinbarungen genauer in Augenschein zu nehmen. Unter bestimmten Bedingungen ist sogar eine frühzeitige Kündigung des Verbraucherdarlehens möglich. Mehr zu all diesen Punkten, erfahren Sie im nachfolgenden Abschnitt.

3.1 Bonität (Kreditwürdigkeit) – worauf kommt es an?

Die Bonität eines Kreditnehmers gibt Auskunft, über seine wirtschaftliche Fähigkeit und persönliche Bereitschaft, einen Kredit zurückzuzahlen. Tatsächlich sind Kreditinstitute nach §18 KWG gesetzlich dazu verpflichtet, die wirtschaftliche Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit des Antragstellers zu überprüfen. Dazu werden relevante Informationen über die Person eingeholt und ausgewertet. Das Ergebnis ist dann ein individueller Score-Wert, der über die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers Auskunft gibt. Folgende Daten werden zur Ermittlung der Bonität herangezogen:

  • Schufa (bisheriges Zahlungsverhalten, bestehende und gekündigte Konten, bestehende und getilgte Kredite, Insolvenzverfahren, Vollstreckungsmaßnahmen)
  • Einkommen
  • Gesamthöhe der monatlichen Ausgaben
  • Bereitstehende Vermögenswerte
  • Güterstand
  • Arbeitsplatzsicherheit (Probezeit, Festanstellung, berufliche Selbständigkeit)

3.2 Kreditkonditionen – auf die Details kommt es an!

Zu den wichtigsten Dingen in einem Kreditvertrag gehören logischerweise die Kreditkonditionen, die darin festgelegt werden. Im Grunde sind unter Kreditkonditionen also nichts anderes als die Vertragsbedingungen zu verstehen. Dazu gehören: Darlehenssumme, Kredit-Laufzeit, Zinssatz, Tilgungsform, Gebühren und Spesen. Die Kreditkonditionen gelten damit als wichtige Entscheidungsgrundlage beim Vergleich von verschiedenen Kredit-Angeboten.

3.3 Kreditbetrag – immer höher als der Auszahlungsbetrag

Wie hoch der gewährte Kredit letztendlich ausfällt, hängt von den konkreten Rahmenbedingungen ab. Um den benötigten Kreditbetrag zu ermitteln, sind die Kreditkosten, eigene finanzielle Mittel und der Netto-Kaufpreis bzw. Aufwand gegeneinander abzuwägen. Zu guter Letzt fällt der tatsächliche Auszahlungsbetrag niedriger aus als der eigentliche Kreditbetrag, da meistens Gebühren und Spesen sofort abgezogen werden. Wie hoch die Monatsraten für die Tilgung ausfallen, bestimmt sich meist über die Kreditsumme mitsamt Kreditkosten, Laufzeit, Zinsen und des verfügbaren Einkommens. Die Höhe der einzelnen Monatsraten sowie die Restschuld sind im Tilgungsplan festgelegt.

3.4 Kreditlaufzeit – den passenden Rückzahlungszeitraum ermitteln

Über die Dauer der Laufzeit entscheidet die wirtschaftliche Situation des Kreditnehmers. Dabei sollte unter allen Umständen darauf geachtet werden, eine angemessene Ratenhöhe zu wählen, die auch tatsächlich bedient werden kann. In Bezug auf die Kreditlaufzeit gilt: Je höher die monatliche Rate, desto geringer die Laufzeit – und letztendlich auch die finanzielle Gesamtbelastung. Eine lange Laufzeit verringert zwar die Last der monatlichen Zahlungen, allerdings verteuert sie auch den Kredit.

Einfluss auf die Laufzeit haben auch der Verwendungszweck und die Nutzungsdauer des finanzierten Objekts. Fakt ist: Gebrauchsgüter büßen stetig an Wert ein. Darum sollte die Laufzeit eines Kredits grundsätzlich die Nutzungsdauer nicht überschreiten. Ein Beispiel: Wer eine Autofinanzierung in Anspruch nimmt, kann mit einer durchschnittlichen Nutzungszeit von 5 Jahren rechnen. Bei Möbeln beträgt der Nutzungszeitraum meist 10 Jahre, wofür sich ein mittelfristiger Konsumkredit eignet.

3.5 Kredit und Zinsen

Die Entrichtung von Zinsen an den Kreditgeber dient als Gegenleistung für die Überlassung seines Kapitals. Dabei wird ein Zinssatz vereinbart, der vom Leitzins und dem Marktzinssatz beeinflusst wird.

Der Leitzins gibt an, zu welchem Preis sich die einzelnen Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) Geld leihen können. Das hat wiederum Auswirkung auf das Niveau des Marktzinssatzes, der den Kreditzinssatz bestimmt. Je niedriger also der Leitzins, desto niedriger auch der Kreditzinssatz.

Der Marktzinssatz ist ein risikoloser Zinssatz, der jedoch nur Kreditnehmern mit erstklassiger Bonität gewährt wird. Der tatsächliche Kreditzinssatz wird also unter Berücksichtigung der individuellen Bonität eine Person festgelegt. Der Kreditgeber schlägt etwas auf den Marktzinssatz auf, um sein Kreditrisiko abzusichern. Je schlechter also die Bonität des Kreditnehmers ausfällt, umso höher fällt der Kreditzinssatz aus. Außerdem steigt der Zinssatz in den meisten Fällen, je höher die beantragte Kreditsumme und die Dauer der Kreditlaufzeit ausfallen.

Neben dem Zinssatz ist aber auch die Art der Verzinsung ausschlaggebend für die tatsächlichen Kreditkosten. Es kann zwischen fixen oder variablen Zinssätzen gewählt werden: während der Festzins über einen festgelegten Zeitraum konstant bleibt – egal wie sich das Marktzinsniveau entwickelt – verändert sich der variable Zinssatz je nach Marktsituation.

Sinken die Marktzinsen, kann ein fester Zinssatz nachteilig sein. Andererseits kann sich ein variabler Zinssatz dann ungünstig auswirken, wenn der Marktzins in die Höhe schnellt. Allerdings kann im Kreditvertrag eine Obergrenze für den Zins vereinbart werden. Der flexible Zinssatz ist immer an einen Referenz-Zinssatz gekoppelt, der vertraglich festzulegen ist, damit die Zinsen nicht willkürlich gestaltet werden. Ein herkömmlicher Referenz-Zinssatz ist zum Beispiel der Euro Interbank Offered Rate, kurz EURIBOR genannt.

Der sogenannte nominelle Kreditzinssatz wird immer pro Jahr (% p.a. = pro anno) und in Prozent angegeben. Für die konkreten Kosten ist der effektive Jahreszinssatz ausschlaggebend, da dieser die tatsächlichen Kosten pro Jahr für den gewählten Kredit angibt. In jedem Konsumentenkreditvertrag ist der effektive Jahreszinssatz anzugeben. Dies fordert die Preisangaben-Verordnung, um dem Kreditnehmer zu ermöglichen, Zinsvergleiche durchzuführen. Als Grundlage der Zinsberechnung dient natürlich der Kreditbetrag.

3.6 Die Kosten für einen Kredit

Die Kreditkosten für ein Darlehen setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen. Ein wesentlicher Aspekt sind auf jeden Fall die Zinsen. Außerdem dürfen Banken und Sparkassen Bereitstellungzinsen verlangen, wenn der Kreditbetrag zwar zur Verfügung steht, aber noch nicht in Anspruch genommen wurde.

Auf diese Weise möchte die Bank ihren Zinsnachteil ausgleichen, der durch die verzögerte Auszahlungsnutzung entsteht. Darüber hinaus kann die Bank Kosten für die Kreditbesicherung im Rahmen einer Kredit-Restschuld-Versicherung oder einem Hypotheken-Eintrag fordern.

Selbst eine vorzeitige Kündigung des Kreditvertrags durch den Kreditnehmer verursacht Kosten in Form einer Vorfälligkeitsentschädigung, mit der die Bank Ihre finanziellen Verluste durch die verkürzte Rückzahlungsdauer ausgleicht. Mahngebühren und Verzugszinsen fallen dagegen an, wenn Zahlungen verspätet erfolgen.

3.7 Kredit-Tilgung – Möglichkeiten und Besonderheiten

Der Verbraucher kann verschieden Möglichkeiten der Kredit-Tilgung wahrnehmen. So zum Beispiel ein Annuitätendarlehen, Tilgungsdarlehen oder ein endfälliges Darlehen. Im Kontext von Verbraucherkrediten gelten Tilgungs- und Annuitätendarlehen als die gängigsten Kreditformen.

Bei einer Annuitäten-Tilgung muss der Kreditbetrag in konstanten Raten (Annuitäten) zurückgezahlt werden, in denen die Zinsen bereits mit einberechnet sind. Die Höhe der Raten bleibt hierbei gleich. Ein Tilgungsdarlehen sieht die Teilung des Kreditvolumens in gleich hohe Kapitalraten vor, die pro Periode beglichen werden.

Durch die Tilgungen verringert sich die Restschuld, was zusätzlich zur Minderung der Zinszahlungen führt. Wird die gesamte Darlehenssumme erst am Ende der Laufzeit getilgt, liegt ein endfälliges Darlehen vor. Hier sind während der Laufzeit nur die Zinsen zu zahlen, die durch einen fixen Zinssatz und konstanter Restschuld unverändert bleiben.

3.8 Zusatzvereinbarungen sind meist vorteilhaft

Manchmal lohnt es sich für Kreditnehmer, Zusatzvereinbarungen auszuhandeln, um sich eine finanzielle Flexibilität während der Laufzeit zu sichern. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Vereinbarung von Sondertilgungen: Auf diese Weise können neben den monatlichen Ratenzahlungen auch größere Teilbeträge beglichen werden, so dass sich das Kreditvolumen mitsamt Zinsen reduziert und die gesamte Kredit-Laufzeit verkürzt.

Vorteilhaft ist außerdem die Möglichkeit, die Höhe der Tilgungsraten jederzeit individuell anpassen zu können. So kann jeder Kreditnehmer bedarfsgerecht auf Einkommensänderungen reagieren, ohne gleich mit der Rückzahlung ins Stocken zu geraten. Einige Banken bieten auch an, die Monatsraten einmal im Jahr auszusetzen. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, dass sich die Laufzeit des Kredits um den Aussetzungszeitraum verlängert und dadurch auch die Kreditkosten ansteigen.

3.9 Kredit bzw. -vertrag vorzeitig kündigen

Welche Kündigungsfristen für welche Kredite gelten, hängt von der jeweiligen Kreditform ab.
Im Folgenden daher ein kurzer Überblick:

  • Kontokorrentkredit - jederzeit
  • Ratenkredit (mit Fix-Zinssatz) – nach 6 Monaten mit 3-monatiger Kündigungsfrist Darlehen (mit variablem Zins) – jederzeit mit 3-monatiger Kündigungsfrist
  • Kredit (mit Festzins) – sowohl Ende der Zinsbindung mit einmonatiger Kündigungsfrist als auch nach 10 Jahren mit 6-monatiger Kündigungsfrist

Selbstverständlich ist es auch möglich, neben den gesetzlichen auch gesonderte Kündigungsrechte in Anspruch zu nehmen, insofern diese im Kreditvertrag festgelegt wurden.

Verbraucher müssen allerdings einen wichtigen Punkt bedenken, wenn sie ihren Kreditvertrag vorzeitig kündigen: Der Kreditgeber hat bei frühzeitiger Kündigung das Recht, eine Vorfälligkeitsentschädigung zu verlangen, um seinen Gewinnverlust auszugleichen. Der Kreditnehmer muss diese Entschädigung dann binnen 2 Wochen, nachdem die Kündigung in Kraft getreten ist, bezahlen. Andernfalls ist die Kündigung ungültig.

4. Sind Kreditzinsen steuerlich absetzbar?

Ob Kreditzinsen steuerlich absetzbar sind, darüber entscheidet im Endeffekt der Kreditzweck bzw. Verwendungszweck des Kredits. Handelt es sich um einen klassischen Konsumkredit können die Zinsen nicht geltend gemacht werden. Dient die Finanzierung hingegen Investitionen oder Anschaffungen, die der beruflichen Tätigkeit zugeordnet werden können, dürfen die Kreditzinsen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuerlich abgesetzt werden.

Als Werbungskosten sorgen die Kreditzinsen dann für eine Reduzierung des zu versteuernden Einkommens und verringern so auch die Bemessungsgrundlage für die Einkommenssteuer. So zum Beispiel bei einem Immobilienkredit: Wird die Wohnung oder das Haus nach dem Kauf bzw. Bau vermietet, können die Kreditzinsen mit den Einnahmen aus der Vermietung verrechnet werden. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Kreditnehmer die Immobilie nicht zu eigenen Wohnzwecken nutzt.

Eine Zweitwohnung in einer anderen Stadt, die der Verbraucher aus beruflichen Gründen benötigt, kann wiederum steuerlich geltend gemacht werden. Die Zinsen für einen Autokredit sind ebenfalls nur dann in der Steuererklärung durchzusetzen, wenn das Fahrzeug zur Gewinnerzielung verwendet wird. Das gleiche gilt für Selbständige und Freiberufler, wenn mit dem Darlehen Betriebsausgaben getätigt wurden.